MMaterialsgateNEWS vom 15.07.2013

Innovative Produktion von Hochleistungsschmierstoffen

An seinem wichtigsten europäischen Standort für die Herstellung von Schmiedetrennmitteln und Spezialoberflächenbeschichtungen in Scheemda (Niederlande) hat Henkel eine neue Produktionslinie in Betrieb genommen. Dank der innovativen Technologie zum Mahlen des Rohstoffs Graphit werden Hochleistungsschmierstoffe für die Automobil- und Elektronikindustrie in verbesserter Qualität und erhöhter Kapazität als bisher hergestellt.

Der Herstellungsprozess wird hierbei sowohl hinsichtlich Flexibilität und Stabilität als auch in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte optimiert.

Mit der Investition in Scheemda (Niederlande) bestätigt Henkel seine führende Rolle im Markt der Schmierstoffe für die Metallverarbeitung und das Streben nach kontinuierlicher Weiterentwicklung der Herstellungsprozesse. Die moderne Technologie der neuen Produktionslinie erhöht die Produktionskapazität des Werkes, um die wachsende Nachfrage des Marktes zu bedienen. Unter anderem beliefert Henkel von Scheemda aus den europäischen und internationalen Automobilmarkt mit Schmierstoffen, die beim Warm- und Halbwarmschmieden von Teilen aller Formen und Größen zum Einsatz kommen. „Mit der neuen Produktionslinie bieten wir einen innovativen Herstellungsprozess und stellen die Versorgung mit Hochleistungsschmierstoffen langfristig sicher. Dank der hochmodernen Anlage erhöhen wir die Prozesskontrolle – und damit die Stabilität – der Produktion und können unseren Kunden auf diese Weise zuverlässig höchste Produktqualität bieten“, erklärt Simón Cabeza, Product Line Manager Automotive Cleaners and Lubricants bei Henkel.

Hochleistungsschmierstoff für die Metallverarbeitung

Nach einer mehrmonatigen Testphase sowie der stufenweise Erhöhung des Produktionsvolumens konnte das Projekt im Juni 2013 erfolgreich abgeschlossen werden. Seitdem produziert Henkel auf der neuen Produktionslinie überwiegend das Schmiedetrennmittel Deltaforge F-31, das künftig unter dem Markennamen Bonderite L-FG F 31 AN vertrieben wird. Die wässrige Graphitdispersion wird zur Sprühschmierung beim Gesenkschmieden eingesetzt, um optimale Werkzeugfüllung, kontrollierten Metallfluss sowie einfache Trennung des Produktes aus der Form sicherzustellen. Der Schmierstoff schützt die Gesenke in heißen und warmen Formungsprozessen, bei denen die Schmiedeteile eine Temperatur von 1.100 bis 1.300 Grad Celsius erreichen, reduziert so die thermische Ermüdung und erhöht auf diese Weise ihre Lebensdauer. Vor allem bei Formen, die lange Zeit in Gebrauch sind, spielen hochwertige Schmierstoffe eine wichtige Rolle. An sensiblen Stellen wie scharfen Kanten, an denen schnelle Metallbewegungen wirken, entsteht Hitze, durch die die Form geschwächt werden kann. Zusätzlich wirken während des Schmiedevorgangs große Kräfte auf das Material. Feinste Graphit-Partikelgrößen sorgen dafür, dass eine schnelle und gleichmäßige Schmiermittelschicht entsteht und damit Gesenke beim Schmieden von beispielsweise Kurbelwellen, Achsschenkeln oder schweren Schmiedeteilen optimal geschützt werden.

Reduzierung von Energieverbrauch und Abwasser

Dank der modernen Anlage in Scheemda kann der Rohstoff Graphit, der als Basis für das Schmiermittel dient, unter verbesserter Kontrolle sehr fein gemahlen werden. Hierdurch verbraucht die Produktion des Hochleistungsschmiedetrennmittels weniger Energie. Auch das bei der Herstellung anfallende Abwasser wird deutlich verringert. Darüber hinaus werden für das innovative Mahlverfahren keine Chemikalien benötigt. Auf diese Weise trägt die Investition in den Standort zu einer nachhaltigen Entwicklung bei und ermöglicht langfristig ein effizienteres Energie- und Entsorgungsmanagement.

Quelle: Henkel AG & Co. KGaA - 10.07.2013.

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Inhaber und Gründer von Materialsgate
Büro für Material- und Technologieberatung
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