MMaterialsgateNEWS vom 23.07.2008

Flamecon eröffnet neue Dimensionen bei der Funktionalisierung von Oberflächen

Leoni mit Innovationspreis „Intelligenz für Verkehr und Logistik“ ausgezeichnet

Für das neuartige Metallisierungsverfahren Flamecon erhielt der Draht-, Kabel- und Bordnetz-Spezialist Leoni den diesjährigen Innovationspreis „Intelligenz für Verkehr und Logistik“ des „Center for Transportation & Logistics“ (CNA).

Die vollständig bei Leoni entwickelte Technologie ermöglicht die automatisierte Aufbringung feinster metallischer Strukturen für elektrische Funktionen auf unterschiedliche Trägermaterialien, wie Kunststoff, Holz, Keramik oder Metall. Vor rund 40 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nahm Uwe H. Lamann, verantwortliches Mitglied des Vorstands der Leoni AG, die Auszeichnung am 11. Juli in Nürnberg entgegen: „Innovationskraft und die Fähigkeit, flexibel auf wechselnde Rahmenbedingungen zu reagieren, sind tragende Säulen unserer Unternehmensphilosophie. Wir werten die Auszeichnung mit dem CNA-Innovationspreis als Beleg für die hervorragende und erfolgreiche Arbeit unserer Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung“, so Lamann.

Mit dem Innovationspreis zeichnet der CNA jährlich Unternehmen aus, die durch innovative Produkte oder Dienstleistungen einen besonderen Beitrag zum nachhaltigen Umweltschutz und Wirtschaftswachstum, zur Sicherung von Arbeitsplätzen sowie zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Wirtschaft leisten. Jürgen Nutz, Vorstandsvorsitzender des CNA e.V., erläutert die Entscheidung der Jury: „Mit Flamecon hat Leoni ein zukunftsweisendes Verfahren entwickelt, das völlig neue Möglichkeiten bei der Funktionalisierung von Oberflächen und Bauteilen eröffnet. Wir sehen hier großes Potenzial für den Einsatz in unterschiedlichsten Märkten.“

Wachsende Komplexität und Funktionsintegration

Die permanent steigenden Anforderungen in den Bereichen Sicherheit, Komfort und Infotainment lassen den Elektronik-Anteil in Fahrzeugen und anderen Transportmitteln weiter zunehmen. Anhaltender Kostendruck, Bauraum-Knappheit und Anforderungen des Umweltschutzes erfordern kreative Lösungen, die der wachsenden Komplexität begegnen. Ein wesentlicher Ansatz ist dabei die Erforschung innovativer Technologien zur Integration neuer Funktionen in bestehende Bauteile. Als Systempartner der internationalen Fahrzeugindustrie sowie weiterer Transport-Branchen wie der Schienenverkehrstechnik und dem Schiffbau, nahm Leoni diesen Trend frühzeitig auf und rief im Jahr 2002 den Forschungs- und Entwicklungsbereich „Technology & Innovation“ ins Leben. Dieser beschäftigt sich seither neben weiteren Projekten mit Möglichkeiten zur Funktionalisierung von Oberflächen durch Aufbringen von metallischen Strukturen. So können zum Beispiel Kunststoffteile, die bisher rein mechanische Aufgaben oder Dekor-Zwecke erfüllt haben, für elektrische Funktionen genutzt werden.

Computergesteuertes Metallisierungsverfahren

Durch Einbeziehung von speziellen Technologien des thermischen Spritzens sowie weiterer Verfahren, wie dem „Drucken“ mit einem Strahl aus flüssigem Metall, erarbeiteten die Leoni-Ingenieure und -Wissenschaftler ein automatisiertes thermokinetisches Auftragsverfahren. Hierbei werden Metalle wie Kupfer, Zink oder Aluminium über eine Dosierung in eine Kammer geführt, in der hohe Temperaturen herrschen. Die Metall-Partikel werden geschmolzen und computergesteuert über einen sanften Trägergasstrom auf die Oberfläche aus Kunststoffen, Holz, Keramik oder Metall transportiert. Dort bildet sich eine leitfähige Schicht, deren Dicke und Breite sich mit den Betriebsparametern variieren lassen.

Vielfältige Vorteile – zahlreiche Einsatzzwecke

Die metallischen Flamecon-Strukturen sind äußerst widerstandsfähig und temperaturbeständig, haften auf nahezu allen Oberflächen und bieten durch die Möglichkeit der programmgesteuerten Aufbringung maximale Flexibilität in puncto Design. Auch Umweltaspekte sprechen für die innovative Technologie, da keine Chemie zum Einsatz kommt, Ausschuss minimiert wird und das Verfahren im Vergleich zu bisherigen Methoden des thermischen Spritzens äußerst geräuscharm ist. Flamecon wurde bereits erfolgreich für den Einsatz in der Automobil- oder Elektronikindustrie getestet und könnte künftig beispielsweise für Heizzwecke oder zur Signalübertragung verwendet werden. Derzeit prüft Leoni verschiedene Anwendungsmöglichkeiten in automobilspezifischen Produktlösungen unter prozesstechnischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Konkrete Applikationen, wie zum Beispiel eine sensorgestützte Einparkhilfe, bei der Flamecon zur Funktionalisierung einer Kunststoff-Stoßstange genutzt wird, könnten bereits 2010 in den Markt gehen. Darüber hinaus werden die Potenziale der Technologie mit einem Netzwerk aus innovativen Unternehmen und Forschungseinrichtungen in der Metropolregion Nürnberg weiter erforscht.

LEONI AG.

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Inhaber und Gründer von Materialsgate
Büro für Material- und Technologieberatung
Die Recherche und Aufbereitung der in diesem Dokument genannten Daten erfolgte mit größter Sorgfalt.
Für die Richtigkeit, Gültigkeit, Verfügbarkeit und Anwendbarkeit der genannten Daten übernehmen wir zu keinem Zeitpunkt die Haftung.
Bitte diskutieren Sie die Verwendung und Eignung für Ihren konkreten Anwendungsfall mit den Experten der genannten Institution.

Sie wünschen Material- und Technologierecherchen zu diesem Thema?

Materialsgate steht für hochwertige Werkstoffberatung und innovative Materialrecherchen.
Nutzen Sie unseren Beratungsservice

MaterialsgateNEWSLETTER

Partner der Woche

Suche in MaterialsgateNEWS

MaterialsgateANSWERS

MaterialsgateFAIR:
LASSEN SIE SICH INSPIRIEREN