MMaterialsgateNEWS vom 30.05.2008

Fußball mit Gänsehaut

Neue Oberflächenstruktur des „EUROPASS“ wurde mit Impranil® realisiert.

Mit seiner klassischen Farbgebung – weißer Grund mit schwarzen Punkten – erinnert der offizielle Spielball der Europameisterschaft 2008 an die Exemplare vergangener Jahrzehnte. Im „EUROPASS“ von adidas verbindet sich der Blick auf die Vergangenheit mit viel Innovation: Dank seiner neuen Oberflächenstruktur können die Spieler ihn bei allen Wetterbedingungen perfekt kontrollieren. „Noppen auf der Oberschicht, die wie eine Gänsehaut aussehen, verleihen dem EUROPASS eine größere Angriffs- und Kontaktfläche, die eine optimale Griffigkeit gewährleistet“, erläutert Thomas Michaelis, Projektleiter für die Ball-Entwicklung bei Bayer MaterialScience. Und weiter: „Die Herausforderung für uns bestand darin, diese spezielle Oberfläche zu verwirklichen, ohne dass es zu Lufteinschlüssen kommt.“ Die sogenannte PSC-TextureTM wird mit speziellen Polyurethanen der Produktfamilie Impranil® hergestellt, die sich bereits im Spielball der Weltmeisterschaft 2006 bewährt haben.

Die Experten des Geschäftsbereichs Coatings, Adhesives, Specialties meisterten diese Aufgabe und setzten dabei vielschichtige Rohstoffe ein: Der aliphatische, auf Polycarbonatesterurethan basierende Deckstrich aus dem Impranil®-Sortiment legt die Oberfläche sozusagen unter Glas und schützt sie außerordentlich gut gegen Abrieb. Ein aliphatischer Zwei-Komponenten-High-Solid-Zwischenstrich macht den Ball widerstandsfähig und außergewöhnlich elastisch. Darunter befindet sich eine rund 0,7 Millimeter dicke Schicht eines syntaktischen Polyurethan(PUR)-Schaums aus Impranil® High Solids. Dieser Schaum besteht aus gleich großen, gasgefüllten und strapazierfähigen Mikrokügelchen. Sie sind für die hohen Rückstellkräfte des Balls und damit für die exzellenten Flugeigenschaften des EUROPASS verantwortlich. Für die Verbindung zwischen den Schichten und dem textilen Trägermaterial schließlich sorgt ein aromatischer, auf Polyetherurethan basierender Haftstrich.

Gemeinsam haben adidas und Bayer MaterialScience seit der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko bei der Entwicklung neuer Spielbälle immer wieder Maßstäbe gesetzt. Die PUR-basierten Textilbeschichtungsprodukte aus der Reihe Impranil® haben sogar noch eine längere Geschichte: Vor genau 50 Jahren kamen die ersten Zwei-Komponenten-Systeme auf den Markt, mit denen sehr erfolgreich Herren-, Damen- und Kindertextilien, Arbeitsbekleidung sowie Täschnerwaren hergestellt wurden. Heute bietet Bayer MaterialScience auch viele wasserbasierte, lösemittelfreie Impranil®-Typen an. Sie emittieren allenfalls geringe Mengen flüchtige organische Verbindungen (volatile organic compounds, VOC) und sind somit umweltfreundlich.

Wie sein Vorgänger, der „+Teamgeist TM“, wird der EUROPASS durch eine patentierte Thermo-Bonding-Technologie zusammengeklebt und nimmt dadurch so gut wie keine Feuchtigkeit auf. Auch hier ist ein Rohstoff von Bayer MaterialScience im Spiel: Der thermoaktivierbare Klebstoff basiert auf einer wässrigen PUR-Dispersion des Dispercoll® U Sortiments.

Bayer MaterialScience.

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Inhaber und Gründer von Materialsgate
Büro für Material- und Technologieberatung
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