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Recycling-Verfahren könnte CO2 -Ausstoß jährlich um 3,7 Mio. Tonnen reduzieren
Sieben Studenten der Universität der Bundeswehr München möchten in einer Studiengruppe eine bisher nicht realisierte Idee der Recyclingindustrie zur Verwertung von Kunststoffen aufgreifen und wirtschaftlich in die Tat umsetzen.
So könnten Kunststoffe in einem speziellen Verfahren mit einem Fluoreszenzfarbstoff gekennzeichnet werden, so dass die einzelnen Kunststoffsorten bei der Mülltrennung identifiziert werden können und die Recycling-Quote deutlich steigt.
Durch die sinkende Kunststoff-Verbrennung könnte der CO2-Ausstoß um 3,7 Mio. Tonnen jährlich reduziert werden. Die Studenten der Wirtschafts- und Organisationswissenschaften Maximilian List, Thomas Lorenz, Mark-Andre Engel, Peer Beintner, Benjamin Diez, Maik Thiesling und Bobby Samuels konzipierten unter fachlicher Begleitung von Prof. Hans A. Wüthrich einen Businessplan, der die wirtschaftliche Realisierbarkeit beschreibt.
So möchten die Studenten innerhalb von fünf Jahren die Quote der Wiederverwertung von Kunststoffen in Deutschland auf 70 Prozent anheben und dabei die höchst mögliche Sortenreinheit der Recyclate garantieren. Die Idee wurde von der Recyclingbranche bisher nicht umgesetzt, weil man die Kunststoffverbrennung bisher als eine einfachere und unkompliziertere Alternative betrachtete. Dies hatte das zur Zeit der Entwicklung des neuen Verfahrens verabschiedete Kreislaufwirtschaftsgesetz als zulässige Art der Verwertung bestätigt.
Rund 30.000 Tonnen Kunststoff zu Weihnachten
Um das ehrgeizige Studienprojekt in die Tat umzusetzen, müssen die Studenten zunächst die Kunststoff produzierenden Unternehmen und die Recycling-Unternehmen ansprechen und von der wirtschaftlichen Machbarkeit überzeugen. Die technischen Möglichkeiten für das Markieren der Kunststoffe während der Produktion wurden bereits erforscht und getestet.
Betriebswirtschaftlich haben die Studenten ihre Hausaufgaben schon gemacht: Nach anfänglichen Investitionskosten für Umrüstungen vor allem in die Sortieranlagen der Recycling-Unternehmen, können diese durch die sortenreinere Trennung von Kunststoffen einen höheren Reinheitsgrad der Recyclate realisieren. Dadurch steigen die Preise für Recyclate und somit die Margen.
Der Nutznießer ist aber vor allem die Umwelt, immerhin soll mit dem Verfahren der jährliche CO2-Ausstoß um 3,7 Mio. Tonnen CO2 reduziert werden. Durch die steigende Recyclingquote sinkt auch der Rohölverbrauch bei der Neuproduktion. Allein in der Weihnachtszeit fallen laut dem Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (BVSE) rund 30.000 Tonnen Kunststoff aus Verpackungsmaterial an.
Quelle: Universität der Bundeswehr München - 16.12.2009.
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