|
|
Unsere M A T E R I A L R E C H E R C H E N geben ...
Innovations-Impulse - über 200 namhafte Unternehmen haben bereits unsere Dienstleistungen (Recherche & Beratung) in Anspruch genommen! Wann zählt ihr Unternehmen dazu?
Wie Algen Metalle recyceln können
TU-Wissenschaftler entwickeln umweltfreundliche Methode zur Reinigung von kontaminiertem Wasser
So ein Algenteppich kann einem im Sommer die Lust am Baden verderben. Für Dr. Gerald Bunke vom Institut für Biotechnologie an der Technischen Universität Berlin sind Algen jedoch spannende Forschungsobjekte. So untersucht er die Fähigkeit verschiedener Mikro- und Makroalgen, Metalle zu binden. Damit können Algenkügelchen das durch Gifte und Schwermetalle kontaminierte Wasser säubern.
"Insgesamt haben wir 48 verschiedene Algenspezies und Cyanobakterien dahingehend überprüft, welche Halb- oder Schwermetalle sie an ihre Zelloberfläche binden können", berichtet der Wissenschaftler. So haben er und sein Team zum Beispiel herausgefunden, dass Cyanobakterien eine besondere Affinität zu Blei haben. Die Mikroorganismen, erläutert Bunke weiter, tragen auf ihrer Zelloberfläche sogenannte funktionelle Gruppen, an die sich die Schwermetalle unter bestimmten Bedingungen, die etwa abhängig vom pH-Wert sind, anlagern. "Löst man eine definierte Menge Metall in doppelt destilliertem Wasser und gibt getrocknete und pulverisierte Algenbiomasse hinzu, so kann man bereits am nächsten Tag messen, dass die Metallkonzentration in der Flüssigkeit geringer geworden ist", sagt der Forscher.
Um das im Labor erprobte Verfahren auch in industriellem Maßstab wirtschaftlich einsetzen zu können, muss die Algenbiomasse in definierter Form und Größe vorliegen. Nur dann können die Algen in sogenannten Sorptionskolonnen, in röhrenförmigen Reaktoren, eingesetzt werden. "Dafür müssen wir sie zunächst immobilisieren. Sie werden im Labor gewaschen, zerkleinert und anschließend in einem Stoffgemisch aus Flüssigkeit und fein verteilten Feststoffen über dünne Kapillaren in ein Ionenbad getropft", erläutert der Forscher. So entstehen konstant kleine, robuste, hohle oder auch gefüllte Algenkügelchen, die einen Durchmesser von 0,5 bis 3,2 Millimeter haben. An diese Kügelchen können sich dann die Schwermetalle perfekt andocken. Die so beladenen grünen Kugeln lassen sich in einem nächsten Schritt sehr leicht wieder aus der wässrigen Lösung abtrennen.
In einem weiteren Projektteil erforschen die Wissenschaftler, wie über die Änderung des pH-Wertes die Metalle wieder von der Oberfläche der Kügel-chen gelöst und so recycelt werden könnten. Das wäre zum Beispiel für die Rückgewinnung von Edelmetallen wie Gold oder Titan, das vor allem im medizinischen Bereich eingesetzt wird, besonders interessant. "Spirulina Algen" scheinen für die Bindung von Titan besonders geeignet zu sein, so die Erkenntnis der Wissenschaftler. "Potentielle Anwendungsgebiete für unsere Forschungsergebnisse finden sich in der metallverarbeitenden Industrie, bei der Farbstoff- und Kunststoffherstellung und in der Elektroindustrie", sagt Bunke.
Das Forschungsprojekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt. Kooperationspartner sind unter anderem das Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH (HZB), BESSY GmbH, oder die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin. Auch die Universität in Miskolc, Ungarn, ist mit einbezogen. Jüngste wissenschaftliche Kontakte reichen sogar bis nach Australien.
Quelle: Technische Universität Berlin - 30.11.2009.
Weitere Informationen
Dr. Gerald Bunke
TU Berlin
Institut für Biotechnologie
Fachgebiet Bioverfahrenstechnik
Tel.: 030-314/72412
Fax: 030-314/72950
Mehr zu diesem Thema:
Neuartige Anlage zur solaren Wasserreinigung am 5. November 2009 in Lampoldshausen eingeweiht
Beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Lampoldshausen reinigt von nun an die solare Wasserreinigungsanlage Lampoldshausen (SOWARLA) Wasser unter Einsatz von Sonnenlicht von schwer abbaubaren anorganischen Verunreinigungen. Kernstück der Anlage ist ein neuartiger Solarreceiver, der aus Sonnenstrahlung die nötige Energie gewinnt, um unterschiedlichste Schadstoffe im Wasser zu entfernen. Unter dem Produktnamen RayWOx wurde dieser, auf DLR Know-how basierende Anlagentyp, in den Markt ... mehr
Wenn es beim Landeanflug von der Decke der Flugzeugkabine tropft, dann ist das nur eine von vielen unangenehmen Folgen von zu viel Feuchtigkeit in der Isolierung des Flugzeugrumpfes.
Physiker der Technischen Universität München (TUM) und Ingenieure der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) haben nun einen Ausschnitt einer Flugzeugwand während eines simulierten Transatlantikfluges mit Neutronen untersucht. An der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) der TUM wollten sie herausfinden, wo und wie sich die Feuchtigkeit in der Flugzeugisolierung niederschlägt, um dies zukünftig zu verhindern.
Trockene Luft in Flugzeugen ist für viele Passagiere ... mehr
Filtermembran aus Hochleistungskunststoff Ultrason zur Wasseraufbereitung
Für ihr neues, tragbares Wasserreinigungssystem Lifestraw® Family verwendet die Firma Vestergaard Frandsen den Kunststoff Ultrason® E 6020 P, ein Polyethersulfon (PESU) der BASF. Das Schweizer Unternehmen stellt Produkte zum Schutz vor Krankheiten her, die vor allem in Entwicklungsländern auftreten.
Hohe Filterwirkung für sauberes Wasser
Die einfach zu bedienende Kunststoffkonstruktion LifeStraw Family dient dazu, vor Ort in den Dörfern und Familien große Mengen von Schmutzwasser in Trinkwasser ... mehr
Wasser reinigen und desinfizieren ohne Chemie - diamantbeschichtete Elektroden machen es möglich.
Wie das geht, zeigt das Fraunhofer- Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST, gemeinsam mit der aus ihr hervorgegangenen CONDIAS GmbH, zurzeit auf der EXPO 2008 in der nordspanischen Stadt Zaragoza.
Die Diamant beschichteten Elektroden sind eines von zwei niedersächsischen Exponaten im deutschen Pavillon auf der Expo 2008.
Glitzernde Diamanten sind nicht nur wertvoller Schmuck, sondern auch ein natürliches Reinigungsmittel. Sie helfen Abwasser zu reinigen und Wasser zu desinfizieren ... mehr
Wertstoffe hochwertig rückgewinnen
Photovoltaik-Anlagen halten lange, aber nicht ewig. Mindestens 25 Jahre können die Module Solarstrom von Dach oder Fassade ernten, aber dann kommt irgendwann die Zeit fürs Recycling. Lange bevor relevante Mengen an ausrangierten Modulen in Deutschland überhaupt anfielen, wurden bereits Recyclingkonzepte und -verfahren entwickelt und erprobt. Das gerade erschienene BINE-Projektinfo "Recycling von Photovoltaik-Modulen" (02/10) stellt ein Forschungsprojekt vor, mit dem ein Modulrecycling ... mehr
Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft: Ohne Ausstoß von CO2 und Schadstoffen lässt sich daraus Strom gewinnen. Die umweltfreundliche Herstellung ausreichender Mengen Wasserstoffs beschäftigt daher die Forschung seit langem.
Als mikroskopisch kleine Fabrik steht dabei die Grünalge Chlamydomonas reinhardtii im Mittelpunkt, die unter Stress Wasserstoff bilden kann. Bochumer Biologen ist es jetzt gelungen, die dafür verantwortlichen Bestandteile der Alge zu isolieren und die Produktion ins Reagenzglas zu verlegen. "Dieses natürliche System erzeugt sechsmal so viel Wasserstoff wie ein halb-artifizielles, über das amerikanische Kollegen erst kürzlich berichtet haben", sagt Arbeitsgruppenleiter Prof. Dr. Thomas ... mehr
Sieben Studenten der Universität der Bundeswehr München möchten in einer Studiengruppe eine bisher nicht realisierte Idee der Recyclingindustrie zur Verwertung von Kunststoffen aufgreifen und wirtschaftlich in die Tat umsetzen.
So könnten Kunststoffe in einem speziellen Verfahren mit einem Fluoreszenzfarbstoff gekennzeichnet werden, so dass die einzelnen Kunststoffsorten bei der Mülltrennung identifiziert werden können und die Recycling-Quote deutlich steigt.
Durch die sinkende Kunststoff-Verbrennung könnte der CO2-Ausstoß um 3,7 Mio. Tonnen jährlich reduziert werden. Die Studenten der Wirtschafts- und Organisationswissenschaften Maximilian List, Thomas Lorenz, Mark-Andre Engel, Peer Beintner, Benjamin Diez, Maik ... mehr
Global climate change has prompted efforts to drastically reduce emissions of carbon dioxide, a greenhouse gas produced by burning fossil fuels.
In a new approach, researchers from the UCLA Henry Samueli School of Engineering and Applied Science have genetically modified a cyanobacterium to consume carbon dioxide and produce the liquid fuel isobutanol, which holds great potential as a gasoline alternative. The reaction is powered directly by energy from sunlight, through photosynthesis.
The research appears in the Dec. 9 print edition of the journal Nature Biotechnology and is available online.
This new method has two advantages for the ... mehr
|
|
Empfehlungen zum Thema
William McDonough et al.
North Point Press
Corky Binggeli
Wiley & Sons
Philipp Bohr
Vdm Verlag Dr. Müller (Mai 2008)
R.S. Blackburn
Woodhead Publishing
Michael Braungart, William McDonough
Europäische Verlagsanstalt
Michael Ashby
Butterworth Heinemann
Materialsgate Glossar
Affinität
Der Begriff Affinität beschreibt die Triebkraft einer chemischen Reaktion bzw. das Bindungsbestreben von Ionen, Atomen oder Molekülen.
Blei
Blei (Pb, Dichte:11,34 g/cm3, Fp: 327,4 °C) ist ein bläulich-weiß erscheinendes, weiches, sehr duktiles und unedles Schwermetall. Blei ist toxisch. Verwendung: Strahlenschutz, Bleiakkumulatoren, Gewichte, Apparatebau, Chemietechnik, Legierungselement, Bleiglas.
Gold
Gold (Au, Dichte: 19,3 g/cm3, Fp: 1064 °C) ist ein goldgelb glänzendes, extrem duktiles (Blattgold) und chemisch sehr beständiges Edel- und Schwermetall. Verwendung: Wertanlage, Schmuck, Münzen, Medizintechnik, Bonddrähte, Leiterplatten, Kontaktwerkstoff, Legierungselement.
Kapillaren
In der Technik versteht man unter Kapillaren langgestreckte Röhrchen mit sehr kleinen Innendurchmessern.
Lösung
Als Lösungen werden in den Naturwissenschaften homogene (d. h. einphasige) Stoffsysteme bezeichnet, die aus mindestens zwei chemisch reinen Stoffen aufgebaut sind. Eine Lösung enthält einen oder mehrere gelöste Stoffe und ein Lösungsmittel.
Oberfläche
Unter einer Oberfläche versteht man die Fläche zwischen einer festen und einer gasförmigen Phase.
Schwermetalle
Schwermetalle sind Metalle und Legierungen, deren Dichte über 5 g/cm3 liegt. Typische Beispiele sind Gold, Silber, Kupfer, Quecksilber und Blei.
Titan
Titan (Ti, Dichte: 4,50 g/cm3, Fp: 1668 °C) ist ein weiß-metallisch glänzendes, festes, dehnbares, korrosions- und temperaturbeständiges Leichtmetall. Die Korrosionsbeständigkeit basiert auf der Ausbildung einer äußerst beständigen, haftenden und dichten oxidischen Schutzschicht. Verwendung: Legierungselement, Sportgeräte, Implantate, Flugzeugbau, Chemietechnik.
pH-Wert
Der pH-Wert ist ein Maß für den sauren bzw. basischen Charakters einer wässrigen Lösung. Er ist definiert als der negative dekadische Logarithmus der Hydroniumionenkonzentration. Lösungen mit einem pH-Wert von 7 werden als neutral bezeichnet, Lösungen mit einem pH-Wert kleiner 7 sind sauer, solche mit einem pH-Wert größer 7 alkalisch.
|
|