MMaterialNews vom 14.07.2009

Brände löschen ohne Wasserschäden

Siemens hat eine Methode entwickelt, die Brände in geschlossenen Räumen sehr schnell löscht und dabei keine bleibenden Wasserschäden verursacht.
Das System Sinorix H2O Gas kombiniert in fest installierten Feuerlöschsystemen die üblichen Löschmittel Wasser und Gas zu einem Wassernebel, der Brandherde effizient kühlt und gleichzeitig das Feuer erstickt. Das System wurde bereits mit dem Security Innovation Award ausgezeichnet und ist in der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen installiert.

Hitze, Sauerstoff und Brennmaterial halten ein Feuer in Gang. Fehlt eine Komponente, erlischt der Brand. Hier setzen die Löschmethoden an: Man kann das Feuer ersticken, indem man Gase wie Kohlendioxid einleitet, die den Sauerstoff verdrängen. Wasser oder chemische Löschmittel hingegen kühlen das Brandgut ab. Beide Verfahren haben Nachteile: Sprinkleranlagen verursachen auf kostbaren Gegenständen wie zum Beispiel Büchern oder Elektronik bleibende Wasserschäden. Gas erstickt zwar das Feuer, kühlt die Gegenstände aber nicht ab, so dass sie sich wieder entzünden können, sobald neuer Sauerstoff da ist.Sinorix H2O Gas kombiniert die Vorteile beider Methoden: Stickstoff wird zusammen mit Wasser so eingeleitet, dass sich ein Nebel aus feinsten Wassertröpfchen bildet. Das Gas erstickt das Feuer, während feuchte Luft den ganzen Raum innerhalb kürzester Zeit kühlt. Auf den Gegenständen bildet sich ein extrem dünner Wasserfilm, der Rückzündungen vermeidet, aber selbst bei wertvollen alten Büchern keine bleibenden Schäden hinterlässt. Verglichen mit reinen Gas- oder Sprinkleranlagen wird der Brand viel schneller gelöscht. Am effizientesten ist das System, wenn es exakt auf die zu schützende Anlage zugeschnitten ist. Siemens hat dafür eigene Berechnungsprogramme entwickelt. Wirksamer Brandschutz beginnt jedoch schon mit der möglichst frühen Erkennung und der zuverlässigen Meldung von Bränden. Brandmelder, die neben offenem Feuer auch beginnende Schwelbrände erkennen, ohne aber Alarm zu schlagen, wenn zum Beispiel geschweißt wird, basieren auf ausgetüftelten Sensoren und Algorithmen zur Datenanalyse. Die Daten aller Brandmelder eines Gebäudes laufen im zentralen Sicherheitssystem zusammen, das unter Umständen eigenständig die Feuerwehr informiert.

Quelle: Siemens AG - 09.07.2009.

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Materialberater, Inhaber Materialsgate
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