MMaterialNews vom 14.07.2009

WACKER zeichnet Forscher für die Entwicklung neuer optischer Hochleistungssilicone aus

Die Wacker Chemie AG hat Dr. Philipp Müller für die Entwicklung einer neuen Familie von optischen Hochleistungssiliconen mit dem diesjährigen „Alexander Wacker Innovationspreis“ ausgezeichnet.
Mit diesen neuen Siliconelastomeren, die WACKER unter der Markenbezeichnung LUMISIL® anbietet, lassen sich erstmals optische Linsen für licht-emittierende Dioden (LED) ohne aufwendige Spritzguss- und Abformprozesse direkt auf dem LED-Chip in einem Arbeitsgang erzeugen. Die gleichzeitige Formgebung und Montage der LED-Optik ist besonders effizient. Sie bedeutet deshalb einen Durchbruch in der kostengünstigen Massenfertigung von LEDs. Der mit 10.000 Euro dotierte Innovationspreis war in diesem Jahr in der Kategorie Produktinnovation ausgeschrieben worden.

„LEDs haben in Sachen Energieeffizienz ein gewaltiges Potenzial, entsprechend groß sind die Wachstumsperspektiven für diesen Markt“, sagte WACKER-Vorstandsmitglied Dr. Wilhelm Sittenthaler in seiner Laudatio. „Wir erwarten hier jährliche Steigerungsraten von 20 Prozent. Das bedeutet: Auch in wirtschaftlicher Hinsicht wird diese Innovation aller Voraussicht nach ein voller Erfolg für WACKER.“

Licht-emittierende Dioden gelten als das Leuchtmittel der Zukunft, weil sie bei hoher Leuchtkraft nur einen Bruchteil der Energie benötigen, die herkömmliche Glühbirnen oder Energiesparlampen verbrauchen. Der Wirkungsgrad moderner Hochleistungs-LEDs liegt beim Zehnfachen einer Glühbirne. Um das Licht der Diode auskoppeln und verteilen zu können, brauchen Hochleistungs-LEDs aber eine Linsenoptik. Die enorme Leistungssteigerung von LEDs innerhalb der letzten Jahre führt nun dazu, dass bislang eingesetzte organische Werkstoffe dem Lichtfluss nicht mehr standhalten. Aus diesem Grund werden moderne Hochleistungs-LEDs in Zukunft vor allem mit Silicon als Verguss- und Optik-Material hergestellt werden, weil dieses die erforderliche Hitze- und Lichtstabilität aufweist. Der Nachteil dabei: Bislang ließen sich Linsengeometrien ausschließlich über aufwendige Spritzguss- und Abformprozesse herstellen.

Mit den Siliconelastomeren der Produktreihe LUMISIL® ist es nun erstmals möglich, frei liegende Linsen über einen Dispens-Prozess direkt auf dem LED-Chip in einem Arbeitsgang zu erzeugen. Die perfekte Abbildung der Linsengeometrie erfolgt dabei über einen neuartigen, durch ultraviolettes Licht gesteuerten Aushärtemechanismus. Bei LUMISIL® 419 UV ist es wegen seiner hervorragenden Adhäsionseigenschaften sogar möglich, auf das bislang zusätzlich verwendete Verguss-Silicon zu verzichten, da es neben der optischen Funktion zusätzlich auch den Schutz des LED-Chips übernimmt. Auf diese Weise können jetzt LED-Bauteile mit Siliconlinsen in sehr großen Stückzahlen mit vergleichsweise geringem Anlagen- und Prozessaufwand hergestellt werden. LUMISIL® ist bei einem der weltweit führenden Hersteller von LEDs bereits im Einsatz und hat dort seine hervorragende Transparenz, seine gute mechanische Festigkeit sowie seine Langzeitbeständigkeit gegen extreme UV-Lichtbelastung erfolgreich unter Beweis gestellt.

Über den „Alexander Wacker Innovationspreis“

Seit 2005 würdigt der Münchner Chemiekonzern im Rahmen seines alljährlich stattfindenden Forschungssymposiums herausragende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten von Mitarbeitern. Der nach dem Unternehmensgründer benannte und mit jeweils 10.000 Euro dotierte „Alexander Wacker Innovationspreis“ wird abwechselnd in den Kategorien Produktinnovation, Prozessinnovation und Grundlagenforschung verliehen. Im nächsten Jahr wird der konzernweite Forschungswettbewerb in der Kategorie „Prozessinnovation“ ausgeschrieben.

Quelle: Wacker Chemie AG - 10.07.2009.

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Materialberater, Inhaber Materialsgate
Die Recherche und Aufbereitung der in diesem Dokument genannten Daten erfolgte mit größter Sorgfalt.
Für die Richtigkeit, Gültigkeit, Verfügbarkeit und Anwendbarkeit der genannten Daten übernehmen wir zu keinem Zeitpunkt die Haftung.
Bitte diskutieren Sie die Verwendung und Eignung für Ihren konkreten Anwendungsfall mit den Experten des genannten Unternehmens.

Sie wünschen Material- und Technologierecherchen zu diesem Thema?

Materialsgate steht für hochwertige Werkstoffberatung und innovative Materialrecherchen.
Nutzen Sie unseren Beratungsservice

MMehr zu diesem Thema

Working at the nanoscale level, University of Arkansas engineering researchers have created stable superhydrophilic surfaces on a glass substrate.
The surfaces, made of randomly placed and densely distributed micron-sized silicon islands with nano-sized spikes, allow water to quickly penetrate textures and spread over the surface. The research will aid in the development of commercial products with superior self-cleaning and anti-fogging properties and could lead to the design of microfluidic chips with a network of tracks or channels to better control the flow of liquid. Discovered in the mid-1990s, superhydrophilicity is the physical... mehr
Der Münchner Chemiekonzern WACKER ergänzt seine Auswahl an Siliconprodukten um eine eigene Produktserie für medizinische Anwendungen.
Die neue Produktreihe, die seit kurzem unter dem Namen SILPURAN® vermarktet wird, zeichnet sich durch besonders hohe Reinheit, ein speziell für medizinische Anwendungen abgestimmtes Eigenschaftsprofil und durch eine in vielen Einsatzgebieten geforderte Biokompatibilität aus. Das Anwendungsspektrum erstreckt sich von orthopädischen und prothetischen Produkten über Dichtungen für Einwegspritzen und Dialysegeräte, medizinische Schläuche zur künstlichen Beatmung und Stopfen für Injektionsflaschen... mehr
WACKER SILICONES präsentiert auf dem SEPAWA Kongress 2008 eine neuartige Siliconemulsion für die Herstellung hochwirksamer wasserbasierender Siliconimprägniermittel.
Die Mikroemulsion ist für Haushalts-Anwendungen geeignet und verleiht Textilien, aber auch Rauleder, Holz und Korkprodukten eine ausgeprägt hydrophobe, also wasserabstoßende Oberfläche. Der SEPAWA Kongress 2008 findet vom 15. bis zum 17. Oktober in Würzburg statt. Wasserbasierende Textilimprägniermittel sind ökologisch vorteilhaft, in ihrer Wirksamkeit jedoch bislang lösemittelhaltigen Produkten meist unterlegen. Grund dafür ist der Einsatz von Emulgatoren. Diese sind zur Stabilisierung... mehr
By combining stretchable optoelectronics and biologically inspired design, scientists have created a remarkable imaging device, with a layout based on the human eye.
As reported in the Aug. 7 issue of the journal Nature, researchers at the University of Illinois and Northwestern University have developed a high-performance, hemispherical “eye” camera using an array of single-crystalline silicon detectors and electronics, configured in a stretchable, interconnected mesh. The work opens new possibilities for advanced camera design. It also foreshadows artificial retinas for bionic eyes similar in concept to those in the movie “Terminator” and other popular... mehr

Bücher zum Thema:

Uwe Hartmann
Spektrum Akademischer Verlag
Edgar L. Wolf
Wiley-Vch
Chintamani N. R. Rao
Wiley-VCH
Günter Schmid
Wiley Vch Verlag Gmbh

Materialsgate Glossar

Chemie
Die Chemie ist eine exakte Naturwissenschaft. Sie beschäftigt sich mit dem Aufbau, den Eigenschaften und der Umwandlung von Stoffen. Chemische Vorgänge gehen immer mit einer Stoffänderung einher.
Festigkeit
Die Festigkeit ist eine Materialeigenschaft. Sie beschreibt den mechanischen Widerstand, den ein Material einer plastischen Verformung oder Trennung entgegensetzt.
LED
LED ist die aus der englischen Sprache kommende Abkürzung für eine Leuchtdiode – LED steht für Light Emitting Diode.
Transparenz
Die Transparenz ist eine optische Materialeigenschaft. Sie charakterisiert die Durchlässigkeit von Werkstoffen und Materialien für elektromagnetische Strahlung. Im Bereich des sichtbaren Lichtes (Wellenlängenbereich etwa 400 bis 800 nm) nutzt man auch den Begriff Durchsichtigkeit.
Wirkungsgrad
Der Wirkungsgrad beschreibt in den Prozessen der Energiewandlung und Energieübertragung das Verhältnis von abgegebener Leistung zu zugeführter Leistung. Er wird mit dem griechischen Buchstaben Eta gekennzeichnet. Der Wirkungsgrad ist eine dimensionslose Größe und kann Werte zwischen 0 und 1 bzw. zwischen 0 und 100 % annehmen.