|
|
Unsere M A T E R I A L R E C H E R C H E N geben ...
Innovations-Impulse - über 200 namhafte Unternehmen haben bereits unsere Dienstleistungen (Recherche & Beratung) in Anspruch genommen! Wann zählt ihr Unternehmen dazu?
Wie die Eier im Eierkarton lassen sich Moleküle auf einer geeigneten Oberfläche anordnen. Das graue Templat gibt bestimmt dabei die Anordnung der gelben Gäste (hier schematisch). (c) AG Höger, Universität Bonn
Nano-Schablonen erleichtern chemische Synthesen
Die Chemiker der Universität Bonn können sich über Fördergelder aus dem Säckel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) freuen: Für ihren Sonderforschungsbereich 624 erhalten sie in den kommenden vier Jahren 7,1 Millionen Euro.
Im SFB 624 geht es um die so genannten Template - das sind Nano-Schablonen, mit denen sich in sehr effizienter Weise Moleküle synthetisieren lassen. Es ist bereits das zweite Mal, dass die DFG ihre Förderung für den SFB 624 verlängert.
So wie Architekten und Baumeister in einer Person fühlen sich oft die Bonner Chemiker. Sie entwerfen nicht nur neue Moleküle oder komplexe Molekülansammlungen, sondern verwirklichen ihre Pläne auch im Labor. Dabei greifen sie gerne auf einen zuverlässigen Helfer zurück: Template.
Template, ein anderes Wort für Schablonen, geben einer Ansammlung von Objekten eine bestimmte Form. Dabei sind Template keine Erfindung der Bonner Chemiker. Ob bei der Produktion von Ziegeln, CDs oder gar Muffins - überall werden Schablonen eingesetzt, wenn etwas schnell, effizient, ökonomisch und in großer Stückzahl hergestellt werden soll. Die Schablone bestimmt Form, Größe, Aussehen und die mögliche Funktion des Produkts.
"Chemische Template sind Molekülschablonen", erklärt der Sprecher des SFB 624 Professor Dr. Sigurd Höger. "Sie bestehen aus Atomen, Molekülen oder Ionen und können fest oder auch flüssig sein. Gemeinsam ist ihnen, dass sie im Nanometerbereich arbeiten." Wie in der makroskopischen Welt bestimmt auch hier das Templat das Aussehen des Produkts. Die Natur nutzt diese Vorgehensweise schon lange, z.B. bei der Verdopplung des Erbmoleküls DNA während der Zellteilung. DNA besteht aus zwei Strängen, die zueinander komplementär sind. Bei der Zellteilung trennen sich diese beiden Stränge. Jeder Einzelstrang dient dann als Molekülschablone, mit deren Hilfe die Zellenzyme den fehlenden zweiten Strang synthetisieren können.
Im SFB 624 werden Template in all ihren Facetten untersucht. In 19 Projekten stellen die Bonner Chemiker im Zusammenspiel von Theorie und Experiment neue Template her, klären ihre Struktur und untersuchen ihre Funktion. Ziel ist es, die grundlegenden Eigenschaften von Templaten zu verstehen und neue Templateffekte aufzudecken und zu nutzen. So lassen sich mit Templaten Oberflächen strukturieren und Sensoren oder Medikamente entwickeln.
"Die Nano-Schablonen vereinfachen es, Moleküle wie Flüssigkristalle oder Enzymemodelle nach Wunsch herzustellen", betont Höger. "Ohne Templateffekt wäre das nicht oder nur mit enormem Aufwand möglich. Effektive Synthesen sind aber nicht nur ökonomisch, sie schützen die Umwelt. So kommt die chemische Grundlagenforschung direkt uns allen zu Gute."
Mit der jetzt bewilligten dritten Förderperiode sind in der Chemie parallel zwei Sonderforschungsbereiche beheimatet. Professor Höger: "Das ist ein schöner Beleg für die Leistungsfähigkeit der Bonner Fachgruppe Chemie."
Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn / IDW - 08.07.2009.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Sigurd Höger
Kekulé-Institut für Organische Chemie und Biochemie
der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Telefon: 0228/73-3495
Mehr zu diesem Thema:
Mit einer Antihaftbeschichtung auf Basis chemischer Nanotechnologie haben Siemens-Forscher die Produktion von Leiterplatten verbessert. Der Lotus-Effekt kommt bei Schablonen zum Einsatz, durch die Lotpaste auf Platinen gedruckt wird.
Damit werden feinste Lötstrukturen von einigen 100 Mikrometern möglich. Das Verfahren verbessert auch die Qualität der Leiterplatten, die das Herzstück aller elektronischen Geräte sind. Zudem sparen die beschichteten Schablonen Zeit in der Produktion, weil sie weniger oft gereinigt werden müssen. Die Beschichtung ist bereits in verschiedenen Elektronikfertigungen im Einsatz. Antihaftbeschichtungen verhindern die Benetzung der Oberfläche durch Flüssigkeiten oder zähe Stoffe. Das erreicht ... mehr
Mobiltelefone und Laptops, die wie bunte Schmetterlinge in der Sonne schillern, sind möglicherweise schon bald keine Zukunftsmusik mehr.
Neue Verfahren zur Nanostrukturierung von Oberflächen durch kontrollierte Faltenbildung bieten eine elegante und kostengünstige Möglichkeit, solche Effekte zu erzielen. Am Lehrstuhl Physikalische Chemie II (Professor Dr. Andreas Fery) der Universität Bayreuth werden diese Verfahren untersucht und weiterentwickelt. Im bundesweiten Gründerwettbewerb der NEnA (Nano-Entrepreneurship-Academy, BMBF) erhielt ein Team um die Bayreuther Chemikerin Alexandra Schweikart den 1. Preis für ein Konzept, das ... mehr
Kohlenstoff-freies Fulleren-Analogon
Die Entdeckung eines fußballförmigen Moleküls aus 60 Kohlenstoffatomen war eine kleine Revolution in der Chemie: Fullerene, d. h. sphärische, hochsymmetrische Moleküle aus Kohlenstoffatomen, sind neben Diamant und Graphit eine weitere Modifikation des Kohlenstoffs. Der C60-"Fußball" ist aber bei weitem nicht das einzige Fulleren. Zu den weniger stabilen Verwandten gehört das C80-Fulleren. Sieben verschiedene Strukturvarianten sind möglich, in denen sich 80 Kohlenstoffatome zu einem ... mehr
Replicating complex wing scale structures offers new fabrication technique.
By replicating the complex micron- and nanometer-scale photonic structures that help give butterfly wings their color, researchers have demonstrated a new technique that uses biotemplates for fabricating nanoscale structures that could serve as optical waveguides, optical splitters and other building blocks of photonic integrated circuits.
Using a low-temperature atomic layer deposition (ALD) process, materials scientists at the Georgia Institute of Technology produced aluminum oxide (alumina ... mehr
Photolumineszierende Flüssigkristalle auf Basis von Metallclustern
Kombiniert man Flüssigkristalle (Mesogene) mit Metallclustern, erhält man Clustomesogene – so heißt eine neue Verbindungsklasse, deren erster Vertreter von Wissenschaftlern der Universitäten Rennes (Frankreich) und Bukarest (Rumänien) jetzt hergestellt wurde. Wie das Team um Yann Molard und Stéphane Cordier in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichtet, leuchtet das Material unter Bestrahlung intensiv im roten bis infraroten Bereich.
Flüssigkristalle kennt man aus LC-Displays. Diese Materialien ... mehr
Millionenfache Verstärkung des Leuchtens an molekularen Stufen erreicht
Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Alfred Meixner und Dr. Dai Zhang vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Tübingen hat ein Nahfeldmikroskop entwickelt, das die optischen Eigenschaften einer organischen Halbleiterprobe mit einer Auflösung und Empfindlichkeit zeigt, die lange Zeit aufgrund physikalischer Gesetze als unmöglich galten. Das neu entwickelte Tübinger Mikroskop gestattet es, auf den Nanometer genau gleichzeitig optische Spektren und das Höhenprofil einer ... mehr
Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) und der Harvard University haben neue Werkzeuge entwickelt, um aus kurzen DNA-Molekülen Strukturen mit komplexen Windungen und Krümmungen zu formen.
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Science berichten sie über eine Reihe von Experimenten in der sie DNA Origami-ähnlich in dreidimensionale Objekte falten konnten, inklusive einer kugelförmigen Gerüstkonstruktion mit nur 50 Nanometer Durchmesser.
"Unser Ziel war es herauszufinden, ob wir DNA so programmieren können dass sie sich selbst in Formen mit vorgegebenen Krümmungen und Windungen in der Größenordnung weniger Nanometer anordnet," erklärt der Biophysiker Hendrik Dietz ... mehr
|
|
Empfehlungen zum Thema
Richard D. Booker
Wiley-Vch Dummies
Kenneth E. Gonsalves
Wiley & Sons
Materialsgate Glossar
Chemie
Die Chemie ist eine exakte Naturwissenschaft. Sie beschäftigt sich mit dem Aufbau, den Eigenschaften und der Umwandlung von Stoffen. Chemische Vorgänge gehen immer mit einer Stoffänderung einher.
DNA
DNA ist die Abkürzung für die Desoxyribonukleinsäure. Sie ist ein in allen tierischen und pflanzlichen Lebewesen und DNA-Viren vorkommendes Biomolekül und die Trägerin der Erbinformation.
Flüssigkristalle
Als Flüssigkristalle werden Stoffe bezeichnet, die flüssig sind, aber auch richtungsabhängige - sprich anisotrope - physikalische Eigenschaften aufzeigen.
Ionen
Als Ionen bezeichnet man elektrisch geladene Atome oder Moleküle. Positiv geladene Ionen werden Kationen genannt, sie haben einen Elektronenmangel. Negativ geladene Ionen werden Anionen genannt, sie haben einen Elektronenüberschuss.
Template
Englische Bezeichnung für "Schablone" oder "Vorlage".
|
|