|
|
Unsere M A T E R I A L R E C H E R C H E N geben ...
Innovations-Impulse - über 200 namhafte Unternehmen haben bereits unsere Dienstleistungen (Recherche & Beratung) in Anspruch genommen! Wann zählt ihr Unternehmen dazu?
Professor Frank Mücklich macht das Innere von Materialien sichtbar.
bellhäuser - das bilderwerk
Nano-Tomographie: Saarbrücker Forscher blickt in das "Innenleben" von Materialien
Materialforscher sind in der Industrie gefragt, wenn man zum Beispiel Stahl härter, Beschichtungen hitzebeständiger oder Edelmetalle leitfähiger machen möchte.
Die Wissenschaftler verändern dafür häufig nicht nur die chemischen Eigenschaften des Materials, sondern greifen in seine Struktur ein, sogar bis auf die atomare Ebene. Frank Mücklich, Professor für Funktionswerkstoffe der Universität des Saarlandes, kann diese chemischen und strukturellen Veränderungen jetzt mit der so genannten Nano-Tomographie auch dreidimensional präzise sichtbar machen. Sie bietet einen bisher unbekannten Einblick in das Innere der Werkstoffe.
Anlässlich der Eröffnung des Steinbeis-Zentrums "Material Engineering Center Saarland" (MECS) am 24. Juni in Saarbrücken stellt der Forscher die neue Methode und weitere Forschungsarbeiten vor. Die Nano-Tomographie funktioniert ähnlich wie die Computer-Tomographie in der medizinischen Untersuchung: Im Unterschied dazu wird der Körper aber nicht scheibchenweise durchleuchtet, sondern durch einen sehr präzisen Ionenstrahl systematisch in Nano-Scheibchen zerlegt. Die dabei erfassten Bildserien werden anschließend im Computer wieder zum exakten räumlichen Abbild zusammengefügt. Durch die extrem hohe Auflösung der Nano-Tomographie und der unterschiedlichen Kontrastverfahren können die Materialforscher damit nicht nur chemisch analysieren, welche Atome enthalten sind, sondern sie können auch veranschaulichen, welche Gitterstruktur die Kristalle des Materials haben und welche Nanostrukturen daraus geformt wurden.
Bisher wussten die Entwickler bei vielen Materialien oft nicht genau, welche Substanz eine gewünschte Eigenschaft ausgelöst hat. Beispiel Motorenbau: In hochwertigen Autos werden heute Motorblöcke aus Aluminium eingebaut, um die Fahrzeuge leichter zu machen. Aluminium ist jedoch ein sehr weiches Material, das erst durch die Zugabe von Silizium fester wird. Das sonst für Mikrochips oder Solarzellen verwendete Silizium breitet sich im Aluminium in Form eines extrem feinen "Silizium-Dickichtes" aus. Ob dieses feinmaschige Netzwerk gleichmäßig wird und damit auch das Aluminium eine gleichförmige Struktur erhält, hängt von ganz wenigen Atomen eines weiteren Stoffes ab. Welche Rolle dieser Zusatzstoff genau spielt, haben jetzt Professor Frank Mücklich und sein Team entschlüsselt. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit dem Verbund der deutschen Leichtmetall-Gießereien (VDG), zu dem auch die saarländische Firma Nemak gehört, konnten sie anhand der Nano-Tomographie erstmals darstellen, wie sich das Silizium ausbreitet. Mit Hilfe einer speziellen Sonde entdeckten sie dann einzelne Strontium-Atome: "Allein die Zugabe von einigen Millionstel Anteilen Strontium verändert das dreidimensionale Siliziumnetzwerk völlig und macht am Ende den Motorblock wesentlich fester", erläutert der Saarbrücker Materialforscher.
Auf diese feinen Strukturen kommt es beispielsweise auch in der Elektroindustrie an. In einem Forschungsprojekt mit Bosch, Siemens und der deutschen Edelmetallindustrie untersucht Professor Mücklich, wie stark elektrische Schaltungen darunter leiden, dass bei jedem Ein- und Ausschalten ein kleiner Funke fast unsichtbar überspringt. Der Wissenschaftler konnte mit seinem Team zeigen, wie diese Entladung in Nanodimensionen das Innenleben des so genannten "Kontaktwerkstoffs" verändert und die Lebensdauer des Bauelementes beendet. Mit diesen Erkenntnissen sollen nun neue Materialien entwickelt werden, denen die extreme Hitze des Funkens von bis zu 6000 Grad Celsius nichts ausmacht.
"Mit robusteren Materialien wird man die Haltbarkeit von elektrischen Schaltungen erhöhen können und möglicherweise mit weniger kostbaren Edelmetallen auskommen als heute, wo noch Silber oder Platin eingesetzt werden", erläutert Frank Mücklich das Forschungsziel. Zukunftsweisend könnten hierbei vielleicht auch die so genannten "Carbon Nano Tubes" sein, an denen wegen ihrer extremen Eigenschaften weltweit intensiv geforscht wird. Dabei sind Kohlenstoffatome in einem "Nanoschlauch" aneinander gehängt. Dieser Schlauch leitet Strom und Wärme extrem gut. Wenn die theoretischen Erkenntnisse den Praxistext bestehen, könnte man eine völlig neue Generation von Kontaktwerkstoffen entwickeln. Der weltweit gefragte Spezialist der Carbon Nano Tubes, Prof. Prof. Pulickel M. Ajayan von der Rice University (Texas/USA), hält deshalb den Festvortrag zur Eröffnung des neuen Material Engineering Center Saarland.
Hintergrund: Das neue Steinbeis-Zentrum für Materialforschung in Saarbrücken
In Saarbrücken wird am 24. Juni das erste Steinbeis-Zentrum auf dem Gebiet der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik eröffnet. Das "Material Engineering Center Saarland" (MECS) wird von Frank Mücklich, Professor für Funktionswerkstoffe der Universität des Saarlandes, geleitet und soll Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in industrielle Anwendungen übertragen. Die saarländische Landesregierung unterstützt das neue Zentrum, das auf dem Campus der Universität angesiedelt wird, mit fünf Millionen Euro.
Quelle: Universität des Saarlandes / IDW - 24.06.2009.
Mehr zu diesem Thema:
Wenn deutsche Unternehmen im Ausland Erfolg haben, hängt dies wesentlich mit neuen Materialien zusammen, die hierzulande in den Laboren der Firmen, Universitäten und Forschungsinstitute entwickelt werden.
Laut einer Studie der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) beruhen 70 Prozent der deutschen Exportleistung auf Innovationen mit neuen Werkstoffen. Wie die Forschungserkenntnisse der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik schnell in neue Produkte umgesetzt werden können, diskutieren Wissenschaftler bei der DGM-Jahrestagung 2009, die vom 22. bis 24. Juni in Saarbrücken stattfindet.
Einen Blick in die Zukunft wagen die Forscher beim DGM-Forum am 23. Juni. Dabei stellen sie Trends ... mehr
Werner-Köster-Preis für Saarbrücker Materialforscher Professor Frank Mücklich.
Der Saarbrücker Materialforscher Prof. Dr. Frank Mücklich wurde mit dem diesjährigen "Werner-Köster-Preis" der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde ausgezeichnet, gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Dr. Andrés Lasagni und Dr. Claus Daniel. Die Arbeitsgruppe erhielt den Preis für ihre Entwicklung der "Laser-Interferenz-Metallurgie", einer neuartigen Lasertechnik zur Mikro-/Nanostrukturierung von Materialoberflächen. Der Werner-Köster-Preis wird vom International Journal ... mehr
Zweidimensionale Kohlenstoffschichten, so genanntes Graphen, gelten als mögliches Ersatzmaterial für Silizium in der Halbleitertechnologie.
Die elektronischen Eigenschaften dieser Schichten lassen sich variieren, indem gezielt Löcher in die Struktur "eingebaut" werden. Physikern der Empa ist es zusammen mit Chemikern des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung nun erstmals gelungen, ein graphenähnliches Polymer mit atomarer Genauigkeit zu synthetisieren.
Graphen besteht aus einer zweidimensionalen Kohlenstoffschicht, in der die Kohlenstoffatome in Sechsecken angeordnet sind, was an Honigwaben erinnert. Aufgerollt entstehen ... mehr
Elektrische Schaltungen leiden darunter, dass bei jedem Ein- und Ausschalten ein kleiner, aber extrem heißer Funke überspringt - ähnlich wie der Blitz bei einem Gewitter.
Was diese winzigen Funken im Inneren des Kontaktes anrichten, wusste man lange Zeit nicht genau, denn ihre enorme Energie entlädt sich auf wenigen tausendstel Millimetern. Erst die so genannte "Nano-Tomographie" ermöglicht einen extrem präzisen Einblick in das Innere von Werkstoffen. Für seine Forschungen auf diesem Gebiet hat Frank Mücklich, Professor für Funktionswerkstoffe der Universität des Saarlandes, jetzt den Morton Antler Award erhalten.
Diese wissenschaftliche Auszeichnung ... mehr
|
|
Empfehlungen zum Thema
Chintamani N. R. Rao
Wiley-VCH
Günter Schmid
Wiley Vch Verlag Gmbh
Rainer Waser
Wiley Vch Verlag Gmbh
Materialsgate Glossar
Aluminium
Aluminium (Al, Dichte: 2,7 g/cm3, Fp: 660,4 °C) ist ein silbergraues, wenig glänzendes und weiches Leichtmetall mit hoher Duktilität. Aluminium ist ein guter Wärme- und Stromleiter. Durch die Ausbildung einer dünnen, dichten und haftenden Oxidschicht besitzt Aluminium gute Korrosionseigenschaften (Passivierung). Typische Anwendungen: Münzen, Spiegel, Folien, Behältnisse, Kabel, Rohre, Karosseriebau, Verpackungen, Profile.
Carbon
Umgangssprachlicher Begriff zur Kennzeichnung von Materialien und Werkstoffen auf der Basis von kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK).
Funktionswerkstoffe
Funktionswerkstoffe besitzen ein Eigenschaftsprofil, das sie für definierte Verwendungs- und Einsatzzwecke geeignet macht. Dazu zählen beispielsweise bestimmte chemische, magnetische, akustische oder optische Eigenschaften. Im Gegensatz zu den Konstruktionswerkstoffen spielen bei Funktionswerkstoffen Eigenschaften in Zusammenhang mit der konstruktiven Gestaltung von Anlagen, Gebäuden, Maschinen u. ä. eine untergeordnete Rolle.
Leichtmetall
Leichtmetalle sind Metalle und Legierungen, deren Dichte unter 5 g/cm3 liegt. Typische Beispiele sind Aluminium, Magnesium und Titan.
Platin
Platin (Pt, Dichte: 21,45 g/cm3, Fp: 1768,3 °C) ist ein grau-weißes, korrosionsbeständiges, chemisch widerstandsfähiges, schmiedbares und weiches Schwermetall. Verwendung: Schmuckwaren, Fahrzeugkatalysatoren, Laborgeräte, Zahnimplantate, Kontaktwerkstoffe, Thermoelemente, Widerstandsthermometer, Heizwiderstände.
Silber
Silber (Ag, Dichte: 10,49 g/cm3, Fp: 961 °C) ist ein weiches, weißglänzendes und sehr duktiles Schwer- und Edelmetall. Silber besitzt die höchste elektrische Leitfähigkeit aller Elemente und die höchste thermische Leitfähigkeit aller Metalle. Verwendung: Medizintechnik, Münzen, Schmuck, Essbestecke, Tafelsilber, Elektronik.
Stahl
Als Stähle bezeichnet man metallische Legierungen, deren Hauptbestandteil Eisen ist und deren Kohlenstoffgehalt zwischen 0,002 % und maximal 2,06 % variiert.
|
|