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MMaterialsNews vom 06.05.2009

Visitenkartenhalter als Musterteil: Die 0,2 mm dicke Aluminiumfolie auf der Oberteil-Sichtseite hat beim Hinterspritzen eine Prägung erhalten, zugleich trägt die Oberteil-Rückseite die Schnapphaken zur Verbindung mit dem Unterteil Bild: Georg Kaufmann Formenbau, Busslingen/Schweiz.

Metallfolien direkt hinterspritzen

Werkzeuge für eine neue Anwendung der Hinterspritztechnik, das direkte Hinterspritzen von Metallfolien, entwickelt und baut die Georg Kaufmann Formenbau AG, Busslingen/Schweiz.
Diese innovative Technik verbindet die Vorteile und die besondere Haptik einer Metalloberfläche mit der Funktionalität und der Gestaltungsfreiheit von Kunststoff-Formteilen – die metallische Veredelung von Kunststoffteilen ist kostengünstig in das Spritzgiessen integriert.

Ähnlich wie beim Hinterspritzen anderer Dekormaterialien wird die Metallfolie im Werkzeug gehalten. Beim Einspritzvorgang presst die Kunststoffschmelze die Folie durch den Spritzdruck in die Kavität. Dabei lassen sich – bei Folien bis ca. 0,3 mm Dicke – Oberflächenstrukturen auf das Bauteil übertragen, beispielsweise ein Schriftzug und/oder Designelemente. Im noch geschlossenen Werkzeug trennt anschliessend ein Prägestempel mit
einem Präge- und Stanzhub die überstehende Metallfolie vom Bauteil ab. Durch das Abscheren und Fliessen der Metallfolie ergibt dieses werkzeugintegrierte Prägen einen Umbug der Metallfolie und einen glatten, überstandfreien Bauteilrand.

Typisch metallische Haptik: Cool-Touch-Effekt

Durch die hohe Fertigungsintegration kann das Metallfolien-Hinterspritzen die bisherigen kostenintensiven Verfahren ablösen, die oft sogar an unterschiedlichen Orten durchgeführt werden müssen. Zusätzlich bietet das direkte Hinterspritzen der Metallfolien anwendungstechnische sowie qualitative Vorteile. Beispielsweise:

• ist die Metallfolie dicker und unempfindlicher als eine galvanisch aufgetragene Schicht. Ausserdem stellt sich beim Berühren der Oberfläche das für Metalle typische Kältegefühl ein (Cool-Touch-Effekt).

• erhält man eine flächige, beständige Kunststoff-Metall-Verbindung, während eine nachträglich eingefügte Metallabdeckung schwerer ist und verschraubt oder verklebt werden muss.

Neben Aluminium- und Edelstahlfolien, die sich bereits bewährt haben, sind weitere Folien in der Erprobung. Um hohe Masshaltigkeit bei geringem Verzug zu erreichen, werden als Basis- bzw. Trägermaterial meist verstärkte und/oder gefüllte Kunststoffe eingesetzt. Die für eine zuverlässige Metall-Kunststoff-Verbindung erforderlichen Haftvermittler hat das Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung der Hochschule für Technik in Rapperswil/Schweiz entwickelt, mit dem Kaufmann eng zusammenarbeitet.

Quelle: Georg Kaufmann Formenbau AG

Weitere Informationen

Thomas Deeg
Georg Kaufmann Formenbau AG
Rugghölzli 3
CH-5453 Busslingen/Schweiz

Tel.: +41 (0) 56/485 65 00,
Fax: +41 (0) 56/496 54 00
E-Mail: t.deeg@gktool.ch
Internet: http://www.gktool.ch
Recherchiert und dokumentiert von:
Dr.-Ing. Christoph Konetschny
Material- und Nanoexperte der
Technologie-Agentur Materialsgate

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