30.07.2010 09:51 Uhr, 30. KW
Sie sind nicht eingeloggt - Login - Warenkorb -

Unsere M A T E R I A L R E C H E R C H E N geben ...

Innovations-Impulse - über 200 namhafte Unternehmen haben bereits unsere Dienstleistungen (Recherche & Beratung) in Anspruch genommen! Wann zählt ihr Unternehmen dazu?

MMaterialsNews vom 09.12.2008

Der Wassertropfen bleibt als sphärische Kugel auf dem neuen Gewebe stehen.
Universität Zürich

Auf dem Weg zur Kleidung, die niemals nass wird

Unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Seeger ist Forschern der Universität Zürich ein entscheidender Durchbruch in der Veredelung von Textilstoffen gelungen.
Das neue Gewebe ist das weltweit wasserabweisendsten Material, wie die Forschenden im Journal "Advanced Functional Materials" berichten. Wasserabweisende Textilien werden schon bald neue Möglichkeiten zum Beispiel für Sportbekleidungen eröffnen.

Unter der Leitung von Professor Stefan Seeger, Institut für physikalische Chemie der Universität Zürich, haben Schweizer Forschungsgruppen in Anwendung der Nanotechnologie eine revolutionäre Veredelung für Textilgewebe entwickelt: Sie beschichteten Polyesterstoff mit Milliarden von Silikon-Nanofilamenten. Wassertropfen bleiben auf diesem Gewebe als sphärische Kugeln stehen und kommen so praktisch nicht mit den darunter liegenden Fasern in Kontakt. Schon bei der geringsten Neigung rollen die Wassertropfen wie Kugeln rückstandsfrei ab.

Laut Prof. Seeger ist das neue Textil das Material mit den weltweit wasserabweisendsten Eigenschaften. Belastungstests haben gezeigt, dass der Effekt ausserordentlich dauerhaft ist. So konnte das Material während zwei Monaten unter Wasser gehalten werden und blieb trotzdem trocken. Grösstes Potential sehen die Forscher bei Anwendungen für wasserabweisende Sportbekleidung, zum Beispiel trocken bleibende Schwimmanzüge oder für Industrietextilien, wie beispielsweise zur Abdeckung von Flachdächern, zur umweltschonenden Imprägnierung von Holz, oder zum Fassadenschutz.

Quelle: Universität Zürich / IDW.

Originalbeitrag:

Jan Zimmermann, Felix A. Reifler, Giuseppino Fortunato, Lutz-Christian Gerhardt, and Stefan Seeger: A Simple, One-Step Approach to Durable and Robust Superhydrophobic Textiles. In: Advanced Functional Materials, DOI: 10.1002/adfm.200800755

Weitere Informationen

Universität Zürich
Institut für physikalische Chemie

Prof. Dr. Stefan Seeger
Tel: +41 44 635 44 51
E-Mai: sseeger@pci.uzh.ch
Recherchiert und dokumentiert von:
Dr.-Ing. Christoph Konetschny
Material- und Nanoexperte der
Technologie-Agentur Materialsgate

Sie wünschen Material- und Technologierecherchen zu diesem Thema?
Nutzen Sie dafür unseren Material- und Technologieberatungsservice

MMehr zu diesem Thema:

Nanowire mesh can absorb up to 20 times its weight in oil
A mat of nanowires with the touch and feel of paper could be an important new tool in the cleanup of oil and other organic pollutants, MIT researchers and colleagues report in the May 30 online issue of Nature Nanotechnology. The scientists say they have created a membrane that can absorb up to 20 times its weight in oil, and can be recycled many times for future use. The oil itself can also be recovered. Some 200,000 tons of oil have already been spilled at sea since the start of the decade... mehr
Proteine für Oberflächen
Eine Substanz mit dem Namen Hydrophobin ist sozusagen der Regenmantel der Pilze. Das Protein befindet sich auf der Oberfläche von Pilzen und sorgt dafür, dass Wassertropfen einfach abperlen. Weil diese Eigenschaften nicht nur für Pilze, sondern auch für technische Anwendungen nützlich sind, interessieren sich auch Wissenschaftler von BASF für das Hydrophobin. Mit Hilfe eines biotechnologischen Prozesses sind sie die ersten, denen es gelungen ist, das Protein im großen Maßstab herzustellen... mehr
Nature inspires scientists to treat surfaces in a special way.
A plastic cup that can be reused without washing it, simply because contamination has no chance to stick to the surface? A self-cleaning surface like that of the leaf of a Lotus plant is ideal for many applications and consumer products. These ideal natural properties can be imitated quite well now. Structuring a plastic or other surface is possible by using an ultra fast femtosecond laser. PhD student Max Groenendijk of the Applied Laser Technology Group of the University of Twente presents remarkable... mehr
Cleaning bathrooms may become a thing of the past with new coatings that will do the job for you. Researchers at the University of New South Wales are developing new coatings they hope will be used for self-cleaning surfaces in hospitals and the home.
Led by Professor Rose Amal and Professor Michael Brungs of the ARC Centre for Functional Nanomaterials, a research team is studying tiny particles of titanium dioxide currently used on outdoor surfaces such as self-cleaning windows. The particles work by absorbing ultraviolet light below a certain wavelength, exciting electrons and giving the particles an oxidising quality stronger than any commercial bleach. These nanoparticles then kill microbes and break down organic compounds. And because... mehr
Verbesserte Oberflächenstruktur erhöht Hydrophobie und Resistenz gegen Außeneinflüsse
Im Rahmen eines gemeinschaftlichen Forschungsprojektes wurden an den Hohenstein Instituten in Bönnigheim und dem ITCF Denkendorf (AiF-Nr. 15142 N/1) schmutzabweisende Textilien entwickelt, die den aus der Natur bekannten Lotus-Effekt optimal nutzen. Mittels einer neuen Faserstrukturierung wurde der schmutzabweisende Effekt erstmals durch eine faserimanente Strukturierung der Oberfläche realisiert. Die in der Herstellung inkorporierten Partikel zeigen dabei lediglich vernachlässigbare Auswirkungen... mehr
Garne, Fasern, Stoffe und Gewebe mit definierten Eigenschaftsprofilen auszustatten ist bereits seit mehreren Jahren an der Tagesordnung – bitte beachten Sie hierzu auch unsere zugeordneten Links am Ende dieser Meldung.
Wasserabweisende, schmutzabweisende, winddichte oder schnelltrocknende Ausrüstungen sind hier nur einige bekannte und bereits marktfähige Beispiele, die die Leistungsfähigkeit der Textilindustrie demonstrieren. Mit dem Video der Woche zeigen wir, dass die nächsten Schritte bereits eingeleitet sind – die Kombination von Textilien mit elektronischen Komponenten und Systemen bietet große Potenziale und berücksichtigt nicht nur modische sondern gerade auch funktionale Anforderungen und Ergänzungen... mehr

Hard Rain

02.11.2009
Inspired by water-resistant lotus leaves, the Pitt-developed solution repels freezing rain and provides the first evidence of anti-icing ability in superhydrophobic coatings, team reports in “Langmuir”
Preventing the havoc wrought when freezing rain collects on roads, power lines, and aircrafts could be only a few nanometers away. A University of Pittsburgh-led team demonstrates in the Nov. 3 edition of “Langmuir” a nanoparticle-based coating developed in the lab of Di Gao, a chemical and petroleum engineering professor in Pitt's Swanson School of Engineering, that thwarts the buildup of ice on solid surfaces and can be easily applied. The paper, by lead author and Pitt doctoral student Liangliang... mehr
Endlich ist der Sommer da. Während sich Biergärten und Schwimmbäder über den Ansturm freuen, fragt sich der Verbraucher in welchem Kleidungsstück er bei deren Besuch am wenigstens ins Schwitzen gerät.
Prof. Dr. Karl-Heinz Umbach, Direktor der Abteilung Bekleidungsphysiologie an den Hohenstein Instituten in Bönnigheim empfiehlt luftige Sommerkleidung: "Schwitzen im Sommer ist wichtig und normal, denn durch die Verdunstung des Schweißes wird der Körper bei hohen Temperaturen oder großer körperlicher Belastung gekühlt. Bei dieser wichtigen physiologischen Funktion, der sogenannten Thermoregulation, können wir unseren Körper durch die richtig gewählte Kleidung unterstützen. Eng anliegende... mehr

Empfehlungen zum Thema

Karla J. Nielson
Wiley & Sons
Sylvie Krüger
Jovis
Q. Wei
Woodhead Publishing Ltd

Materialsgate Glossar

Chemie
Die Chemie ist eine exakte Naturwissenschaft. Sie beschäftigt sich mit dem Aufbau, den Eigenschaften und der Umwandlung von Stoffen. Chemische Vorgänge gehen immer mit einer Stoffänderung einher.
Gewebe
Gewebe sind textile Flächengebilde wie z. B. Tuch, Samt, Velours, Plüsch und Frottee. Gewebe sind aus mindestens zwei rechtwinklig oder nahezu rechtwinklig verkreuzten Fadensystemen aufgebaut.
Nanotechnologie
Die Silbe „Nano“ leitet sich von dem griechischen Wort „nãnos“ ab und bedeutet übersetzt "Zwerg". Die Nanotechnologie ist ein interdisziplinäres Arbeitsgebiet, das insbesondere die Inhalte der Disziplinen Materialwissenschaft, Chemie, Physik und Biologie nutzt, um technologische Innovationen zu realisieren. Neue Materialeigenschaften, Integration und Kombination von Funktionen, Materialeinsparung und die Miniaturisierung von Komponenten und Systemen sind typische Forschungsgebiete der Nanotechnologie. Die „echte“ Nanotechnologie beschreibt Stoffsysteme, die mindestens in einer Dimension Abmessungen kleiner als 100 Nanometer besitzen. Ein Nanometer ist übrigens ein millionstel Millimeter.