30.07.2010 09:36 Uhr, 30. KW
Sie sind nicht eingeloggt - Login - Warenkorb -

Unsere M A T E R I A L R E C H E R C H E N geben ...

Innovations-Impulse - über 200 namhafte Unternehmen haben bereits unsere Dienstleistungen (Recherche & Beratung) in Anspruch genommen! Wann zählt ihr Unternehmen dazu?

MMaterialsNews vom 02.10.2008

Laserstrukturiertes Schachbrettmuster auf Flachglas

Strukturieren von Glasoberflächen mit Laserstrahlung

Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) nutzt Laserstrahlung, um Oberflächen von Glasscheiben zu strukturieren.
Dabei können Teilbereiche mattiert beziehungsweise aufwändige Dekors direkt auf die Scheibe gebracht werden. Der Clou ist, dass die Laserbearbeitung im Vergleich zu chemischen Ätzverfahren oder Sandstrahlen gleich mehrere Vorteile bietet.

Großflächige Mattierungen auf Flachglas, wie unter anderem in der Architektur verlangt, werden derzeit entweder mit Flusssäure oder durch Bestrahlen mit geeigneten Granulaten hergestellt. Handling, Aufbereitung und Entsorgung der zum Teil umwelt- und gesundheitsschädigenden Stoffe binden erhebliche Ressourcen in der Produktion. Für das Mattieren lokal begrenzter Teilbereiche oder Dekors werden Einwegabdeckfolien eingesetzt, die für den jeweiligen Anwendungsfall speziell hergestellt werden müssen.

Das LZH setzt stattdessen Laserstrahlung ein. Der Laserstrahl wird über einen Scannerspiegel auf die Glasscheibe umgelenkt, wobei die Glasoberfläche lokal begrenzt verdampft. So entstehen Mikrostrukturen auf dem Glas. Je nach Strukturdichte erscheint die Glasoberfläche für das menschliche Auge von teiltransparent bis vollkommen opak. Mithilfe dieses Systems kann mit sehr hohen Geschwindigkeiten jedes beliebige Muster auf der Bauteiloberfläche abgebildet werden, ohne Chemikalien, ohne Granulate und ohne Abdeckfolien.

Prinzipiell sind alle Glassorten, also auch ESG, für diesen Prozess geeignet. Gewünschte Dekorelemente können in Form von Bildern oder als Konstruktionszeichnungen von der Scannersoftware verarbeitet und ohne aufwendige Folien direkt auf der Glasoberfläche erzeugt werden. Eine weitere Anwendung dieses Verfahrens ist das Umschmelzen bereits strukturierter Flächen. So können unter anderem konventionell mattierte Oberflächen mithilfe des Lasers lokal begrenzt umgeschmolzen werden, so dass die bearbeitete Fläche wieder transparenter erscheint.

Laser Zentrum Hannover e.V.

Weitere Informationen

Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)
Michael Botts
Hollerithallee 8
D-30419 Hannover
Tel.: +49 511 2788-151
Fax: +49 511 2788-100
E-Mail: m.botts@lzh.de
http://www.lzh.de
Recherchiert und dokumentiert von:
Dr.-Ing. Christoph Konetschny
Material- und Nanoexperte der
Technologie-Agentur Materialsgate

Sie wünschen Material- und Technologierecherchen zu diesem Thema?
Nutzen Sie dafür unseren Material- und Technologieberatungsservice

MMehr zu diesem Thema:

Viele innovative Anwendungen nanoporöser Materialien, z.B. Nano-, Membrantechnologie Mikroreaktionstechnik, Sensorik, …
Informationsspeicherung, Heterogene Katalyse etc. erfordern neben gezielt einstellbaren monodispersen Porengrößen im Nanoporenbereich auch eine maßgeschneiderte geometrische Form. Durch das vielfältige Spektrum unterschiedlichster Applikationen haben die nanoporösen Materialien eine Reihe von weiteren Anforderungen zu erfüllen: - hohe mechanische, thermische und chemische Stabilität - vielfältige modifizierbare innere Oberflächen - gute biologische Verträglichkeit In der CPI GmbH... mehr
In einem neuen Forschungsprojekt am Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) werden Verschleißschutzschichten für thermomechanisch hoch belastete Systeme hergestellt.
Der Ansatz basiert auf einem innovativen Pulverauftragschweißprozess in dem Mikrostrukturen gleichzeitig mit der Beschichtung produziert werden. Ziel eines neuen Forschungsvorhabens am Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) ist es, Verschleißschutzschichten für thermomechanisch hoch belastete Systeme wie z.B. Zylinderflächen von Motoren oder Umformwerkzeuge herzustellen. Der Ansatz basiert auf einem innovativen Pulverauftragschweißprozess in dem Mikrostrukturen gleichzeitig mit der Beschichtung... mehr
Ein aktuelles Forschungsprojekt am Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) beschäftigt sich mit dem Laserbohren vom Glas.
Das Laserbohren basiert auf einer thermischen Spannungsinduktion im Glas, die zu einer kontrollierten Rissbildung führt. Dieser Riss trennt einen zylindrischen Teil des Glases vom Restvolumen, wodurch das Bohrloch ensteht. Das Laserbohren vom Glas ist umweltfreundlich, felxibel, schnell und kostengünstig. Glasbauteile sind heute überall zu finden, ob in Gebäuden, in der Fahrzeugverglasung, Elektronik oder als Laborglas. Häufig müssen zur Herstellung der Bauteile Löcher - oft mit verschiedenen... mehr
Chemnitzer Forscher präsentieren auf der Hannover Messe 2008 Exponate rund um den Einsatz von Lasertechnologien in der Mikro- und Nanosystemtechnik.
Immer kleiner, immer präziser, immer komplexer: Wissenschaftler des Zentrums für Mikrotechnologien (ZfM) der TU Chemnitz und des Institutsteils Chemnitz des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM zeigen auf der Hannover Messe 2008, was Lasertechnologien in der Mikro- und Nanosystemtechnik ermöglichen. In der Halle 6 am Stand F16/G5 präsentieren sie vom 21. bis zum 25. April 2008 Exponate zu den Themen Mikrosysteme, Mikrostrukturierung und Lasertrimmen. Ein Forschungspartner... mehr
Das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT stellt auf der Internationalen Messe für Kunststoff und Kautschuk eine Maschine zum Laser-Kunststoffschweißen vor. TransTWIST verbindet zwei transparente Fügepartner ohne Zusatz von Absorbern miteinander.
Auf dem Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft E91 in Halle 3 der diesjährigen Kunststoffmesse Düsseldorf (27.10. – 03.11. 2010) stellt das Fraunhofer ILT die laserbasierte Kunststoffschweißanlage TransTWIST vor. In Live-Vorführungen demonstrieren die Forscher, wie zwei transparente Fügepartner aus Kunststoff im Überlapp mittels Laserstrahlung miteinander verbunden werden können. Beim konventionellen Laserstrahlschweißen wird der untere Fügepartner üblicherweise mit einem geeigneten... mehr
Immer mehr Materialien werden mit dem Laser geschnitten, gebohrt, geschweißt oder beschriftet.
Wobei die industrielle Laserbearbeitung von beispielsweise Metallen und Kunststoffen fast schon Standard ist, hat in den letzten Jahren das Interesse an der Laserbearbeitung von Glas enorm zugenommen. Um diesen innovativen Forschungsbereich intensiv mit potentiellen Anwendern zu diskutieren, findet am 14. April 2010 am Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) ein Workshop „Laserbearbeitung von Glaswerkstoffen“ statt. Das LZH und das Bayerische Laserzentrum (blz) als führende F&E-Einrichtungen... mehr
Höhere Integrationsdichte und Werkstoffkombinationen mit spezifischer Funktionalität kennzeichnen elektronische und elektrotechnische Produkte. Insbesondere das hermetische Packaging stellt die Fertigungstechnik vor besondere Herausforderungen, denen mit konventionellen Ansätzen wie Kleben und Löten nicht mehr begegnet werden kann.
Das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT hat hierfür ein innovatives Packaging-Verfahren für Mikrobauteile und Elektronikkomponenten auf der Basis des Laserstrahl-Glaslötens für den Einsatz in der Massenproduktion entwickelt. Durch die Verwendung bleifreier Lote erfüllt es die strengen RoHS-EG-Umweltrichtlinien. Präzisionsprodukte wie Halbleiter, Sensoren oder optische und medizintechnische Systemkomponenten enthalten hochempfindliche Elektronikelemente. Diese dürfen häufig nicht mit... mehr
Ziel eines neuen Forschungsprojektes zwischen dem Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) und dem Maschinenbauunternehmen CERION GmbH ist es, Glasscheiben mit dem Laser zu verzieren und strukturieren.
Die Herstellung von verzierten und strukturierten Glasscheiben für die moderne Architektur bis zu Designermöbeln aus Glas mit individuellem Dekor soll zukünftig mit der Lasertechnik möglich sein. Das ist jedenfalls Ziel eines neuen Forschungsprojektes zwischen dem Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) und dem Maschinenbauunternehmen CERION GmbH. "Die Lasertechnik bietet ein flexibles, schnelles und umweltfreundliches Fertigungsverfahren für die großflächige Strukturierung von Glasscheiben... mehr

Empfehlungen zum Thema

Materialsgate Glossar

Glas
Glas ist ein amorpher, nichtkristalliner Feststoff. Thermodynamisch kann Glas als gefrorene, unterkühlte Flüssigkeit aufgefasst werden. Im Gegensatz zu kristallinen Materialien fehlt Glas die Fernordnung.
Granulate
Granulate sind Stoffsysteme, die aus sehr vielen kleinen und festen Partikeln aufgebaut sind. Typische Beispiele für Granulate sind Sand, Puder und Geröll. Die beteiligten Teilchen haben makroskopischen Charakter - Quanteneffekte und thermische Bewegungseffekte haben somit keinen Einfluss auf die Eigenschaften eines granularen Systems. Die Eigenschaften eines granularen Systems werden dominant über klassische Kontaktkräfte bestimmt.
Laser
Laser steht für „Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation“ – übersetzt: „Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von Strahlung“. Laser sind künstliche Strahlungsquellen, deren Strahlung durch ein sehr enges Frequenzspektrum, hohe Parallelität und eine große Kohärenzlänge charakterisiert ist.
Opak
Opak bezeichnet in den Naturwissenschaften die Lichtundurchlässigkeit von Stoffen – beispielsweise von Gläsern und Mineralien.