Materialsgate Glossary
A-Säule
Als A-Säule wird in der Automobiltechnik die Verbindung zwischen dem Fahrzeugdach und der vorderen Spritzwand bezeichnet.
AAS
Abkürzung für Atomabsorptionsspektroskopie oder Atomabsorptionsspektometer.
Abbrand
Als Abbrand wird in der Metallurgie der Verlust an Metall bezeichnet, der durch Verdampfen, Verspritzen, Verschlacken oder Verzundern entsteht.
Ablation
Als Ablation wird in den Materialwissenschaften der Materialabtrag bezeichnet, der durch thermische Prozesse hervorgerufen bzw. verursacht wird. Ein Beispiel dafür ist etwa der Materialabtrag, der durch atmosphärische Reibung an Flugkörpern entsteht.
Abrasion
Unter Abrasion versteht man eine Verschleißform (abrasiver Verschleiß). Abrasion ist durch den Materialabtrag an Oberflächen mittels schleifender Medien gekennzeichnet – sie tritt beispielsweise in Rohrleitungen auf und wird hier durch strömende Suspensionen verursacht.
ABS
Das Kurzzeichen ABS steht für das synthetische Terpolymer Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat, welches aus den drei unterschiedlichen Monomerarten Acrylnitril, Butadien und Styrol aufgebaut ist und zu den amorphen Thermoplasten gezählt wird.
Abschrecken
Als Abschrecken wird das schnelle Abkühlen eines Werkstücks oder Bauteils von hohen Temperaturen auf niedrige Temperaturen bezeichnet. Das Abschrecken spielt beispielsweise bei Härteprozessen eine große Rolle.
Absorption
Als Absorption bezeichnet man die Anreicherung von Stoffen im Inneren eines Festkörpers oder einer Flüssigkeit.
Abstich
Als Abstich wird der Vorgang bezeichnet, der zur Entleerung metallurgischer Schmelzöfen führt.
AC
Die Abkürzung AC steht international zur Kennzeichnung von Wechselstrom. AC steht für Alternating Current.
Acetate
Als Acetate werden die Salze der Essigsäure (CH3COOH) bezeichnet.
Acidität
In der Chemie beschreibt der Begriff Acidität die Eigenschaft einer chemischen Verbindung, Protonen abgeben zu können - also als Säure zu wirken.
Acrylglas
Acrylglas ist ein Trivialname für den thermoplastischen Kunststoff Polymethylmethacrylat (Kurz: PMMA). PMMA ist ein glasähnlicher Kunststoff mit hoher Transparenz und exzellenten Verarbeitungs- und Gebrauchseigenschaften.
Adatom
Ein Adatom ist ein Fremdatom, das auf einer Festkörperoberfläche gebunden bzw. lokalisiert ist.
Additiv
Als Additive bezeichnet man Zusatzstoffe für Farben, Lacke, Klebstoffe und Kunststoffe. Durch Additive gelingt es, das Eigenschaftsprofil der Basismaterialien an bestimmte anwendungsrelevante Anforderungen anzupassen.
Adhäsion
Adhäsion beschreibt die Summe der anziehenden Wechselwirkungen, die sich zwischen zwei in Kontakt befindlichen kondensierten Phasen ausbilden.
ADI-Eisen
Andere Bezeichnung für bainitisches Gusseisen mit Kugelgraphit, die Abkürzung ADI steht für Austempered Ductile Iron.
Adiabatisch
Eine adiabatische Zustandsänderung ist ein thermodynamischer Vorgang, bei dem ein System von einem Zustand in einen anderen überführt wird, ohne thermische Energie mit seiner Umgebung auszutauschen.
Adsorption
Als Adsorption bezeichnet man die Anreicherung von Stoffen bzw. Substanzen aus Gasen oder Flüssigkeiten an der – häufig inneren – Oberfläche eines Festkörpers.
Adsorptionsmittel
Als Adsorptionsmittel werden wasserunlösliche und hochporöse Stoffe bezeichnet. Aufgrund ihrer großen inneren Oberfläche können diese Stoffe andere Stoffe aufnehmen und physikalisch binden (adsorbieren). Aktivkohle, Aluminiumoxid, Kieselgel und Betonit sind Beispiele für häufig eingesetzte Adsorptionsmittel.
Aerob
Der Begriff aerob kennzeichnet biologische Prozesse, die elementaren Sauerstoff (O2) benötigen.
Aerodynamik
Die Aerodynamik ist ein Teil der Strömungslehre. Die Aerodynamik beschäftigt sich mit dem Verhalten von Körpern in kompressiblen Fluiden bzw. Medien.
Aerogel
Ein Aerogel ist ein sehr leichtes, hochporöses und extrem feinporiges - meist keramisches - Material mit hoher Lichtdurchlässigkeit. Typische Aerogele bestehen zwischen einem und 15 Prozent aus Feststoff, der Rest des Volumens besteht in der Regel aus Gas. Aerogele zeichnen sich durch ihre exzellente Wärme- und Schallisolation aus.
Aerosol
Ein Aerosol ist üblicherweise ein Gemisch aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen und Luft. Auch andere Gase können unter Umständen als Trägermedium wirken. Zigarettenqualm, Staub in der Raumluft oder Sprühnebel aus einer Spraydose sind typische Beispiele für Aerosole.
AFC
Abkürzung für „Anti Fingerprint Coating“.
Affinerie
Als Affinerie wird eine Anlage bezeichnet, in der Metalle durch Herauslösen von Verunreinigungen in sehr reiner Form hergestellt werden. Dabei finden in der Regel Scheideverfahren auf nasschemischer Basis Anwendung.
Affinität
Der Begriff Affinität beschreibt die Triebkraft einer chemischen Reaktion bzw. das Bindungsbestreben von Ionen, Atomen oder Molekülen.
Agglomerat
Als Agglomerat bezeichnet man in der Materialwissenschaft eine verfestigte Anhäufung von vorher losen Bestandteilen.
AISI
AISI ist die Abkürzung für das American Iron and Steel Institute – der nordamerikanische Branchenverband der Stahlindustrie. Stahlsorten werden in den USA nach einem System des AISI benannt und gekennzeichnet.
Aktivator
Ein Aktivator ist eine Substanz, die katalytisch geführte Reaktionen beschleunigt, aber selbst kein Katalysator ist.
Aktivierungsenergie
Unter der Aktivierungsenergie versteht man die Energie, die einem Stoffgemisch zugeführt werden muss, damit eine chemische Reaktion einsetzt.
Aktor
Aktoren - häufig auch Aktuatoren genannt - wandeln in aller Regel elektronische Signale in eine andere Energieform um, etwa in Schall, Bewegung oder Drehmoment. Aktoren können in der Steuerungs- und Regelungstechnik somit als Gegenstück zu den Sensoren angesehen werden.
Aktuatoren
Aktuatoren - häufig auch Aktoren genannt - wandeln in aller Regel elektronische Signale in eine andere Energieform um, etwa in Schall, Bewegung oder Drehmoment. Aktoren können in der Steuerungs- und Regelungstechnik somit als Gegenstück zu den Sensoren angesehen werden.
Aliphaten
bzw. aliphatische Kohlenwasserstoffe sind organische Kohlenwasserstoffverbindungen, wie zum Beispiel die gesättigten Alkane oder die ungesättigten Verbindungen aus der Alken- und Alkinreihe.
Alkalien
Als Alkalien werden alle Stoffe bezeichnet, die mit Wasser alkalische reagierende Lösungen – so genannte Laugen, pH-Wert > 7 – bilden.
Alkalimetalle
Als Alkalimetalle werden die chemischen Elemente der 1. Hauptgruppe (neu, nach IUPAC: Gruppe 1) des Periodensystems (PSE) bezeichnet: Lithium (Li), Natrium (Na), Kalium (K), Rubidium (Rb), Caesium (Cs), Francium (Fr).
Allotropie
Die Allotropie beschreibt die Tatsache, dass ein chemisches Element in mehreren Strukturformen im gleichen Aggregatzustand auftreten kann. Allotrope Modifikationen eines Stoffes unterscheiden sich in ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften. Ein bekanntes Beispiel sind die Modifikationen des Kohlenstoffs: Graphit und Diamant.
Alnico
Alnico ist die gebräuchliche Kurzform für eine magnetische Legierung aus den Metallen Eisen, Aluminium, Nickel, Kupfer und Cobalt. Aus Alnico werden beispielsweise Permanentmagnete hergestellt.
Alterungsbeständigkeit
Der Begriff Alterungsbeständigkeit beschreibt die Fähigkeit eines Materials oder eines Werkstoffs, sein anwendungsrelevantes Eigenschaftsprofil mit der Zeit nur gering bzw. unwesentlich zu ändern.
Aluminieren
Unter Aluminieren versteht man eine thermochemische Behandlung von metallischen Werkstoffen – i. d. R. von Stählen – mit dem Ziel, einen Überzug aus Aluminium herzustellen.
Aluminium
Aluminium (Al, Dichte: 2,7 g/cm3, Fp: 660,4 °C) ist ein silbergraues, wenig glänzendes und weiches Leichtmetall mit hoher Duktilität. Aluminium ist ein guter Wärme- und Stromleiter. Durch die Ausbildung einer dünnen, dichten und haftenden Oxidschicht besitzt Aluminium gute Korrosionseigenschaften (Passivierung). Typische Anwendungen: Münzen, Spiegel, Folien, Behältnisse, Kabel, Rohre, Karosseriebau, Verpackungen, Profile.
Amalgame
Als Amalgame werden Legierungen des Quecksilbers bezeichnet.
Ambiphil
Ambiphil beschreibt die physikalische Eigenschaft einer Substanz, sowohl in polaren als auch in unpolaren Lösungsmitteln gut löslich zu sein. Diese Eigenschaft beruht auf der Tatsache, dass solche Stoffe in ihrem Molekülaufbau hydrophile und hydrophobe Strukturelemente beinhalten.
Amorph
In den Materialwissenschaften versteht man unter einem amorphen Stoff ein Material, dessen Bausteine keine geordneten Strukturen, sondern ein unregelmäßiges Muster ausbilden. Amorphe Materialien verfügen daher über eine Nahordnung, nicht aber über eine Fernordnung. Glas und zahlreiche Kunststoffe sind typische Vertreter für amorphe Materialien.
Amphipatisch
Amphipatisch beschreibt die physikalische Eigenschaft einer Substanz, sowohl in polaren als auch in unpolaren Lösungsmitteln gut löslich zu sein. Diese Eigenschaft beruht auf der Tatsache, dass solche Stoffe in ihrem Molekülaufbau hydrophile und hydrophobe Strukturelemente beinhalten.
Ampholyte
Ampholyte sind Stoffe, die sowohl als Brönsted-Säuren (Protonendonatoren) als auch als Brönsted-Basen (Protonenakzeptoren) reagieren können. Dieses Verhalten wird auch als Säure-Base-Amphoterie bezeichnet.
Amphoter
Als "amphoter" werden in der Chemie Stoffe bezeichnet, die in Abhängigkeit vom Milieu oder vom Reaktionspartner unterschiedlich reagieren können. So können Säure-Base-Amphotere entweder als Säuren oder auch als Basen reagieren. Redox-Amphotere dagegen sind Stoffe, die sowohl als Oxidationsmittel oder auch als Reduktionsmittel reagieren können.
Amplitude
Die Amplitude beschreibt die maximale Auslenkung einer periodischen Funktion.
Anaerob
Der Begriff anaerob kennzeichnet biologische Prozesse, die keinen elementaren Sauerstoff (O2) benötigen.
Angström
Angström ist eine nach dem Physiker Anders Jonas Ångström benannte Einheit der Länge – diese ist typisch für die Größenordnungen von Atomradien, Gitterabständen und Bindungslängen: 1 Å = 10-10 m = 0,1 nm.
Anion
Ein Anion ist ein negativ geladenes Ion.
Anisotropie
Anisotropie bezeichnet die Richtungsabhängigkeit von Eigenschaften im Kristallgitter.
Anlassen
Als Anlassen wird ein Verfahren zur Wärmebehandlung von Werkstoffen bezeichnet. Durch diese Wärmebehandlung werden die mechanischen Eigenschaften gezielt beeinflusst. Das Anlassen wird häufig genutzt, um beispielsweise Spannungen abzubauen.
Anlassfarbe
Anlassfarben entstehen beim Erwärmen von blanken Stahloberflächen. Die entstehende Färbung ist charakteristisch für die wirkenden Temperaturen: z. B. 200 °C blassgelb, 300 °C kornblumenblau, 400 °C grau.
Anode
Eine Anode ist eine Elektrode an der Oxidationsreaktionen stattfinden.
Anolyt
Als Anolyt wird die Lösung im Anodenraum einer elektrochemischen Zelle bezeichnet.
Anti-adhäsiv
Anti-adhäsiv kennzeichnet eine Materialeigenschaft, die das Anhaften von Stoffen - zum Beispiel Verunreinigungen - an der Oberfläche von Bauteilen verhindert.
Antimikrobiell
Antimikrobiell kennzeichnet eine Materialeigenschaft, die verhindert, dass sich Bakterien und Pilze auf der Oberfläche von Produkten vermehren.
Antioxidantien
Antioxidantien – auch als Oxidationshemmer bezeichnet – sind Stoffe, die beispielsweise Lebensmitteln, Arzneimitteln oder Kunststoffen zugesetzt werden, um die Oxidation empfindlicher Moleküle bzw. Materialien zu unterbinden oder einzuschränken.
Armierung
Unter einer Armierung versteht man die Verstärkung eines Werkstoffs durch einen anderen Werkstoff, der beispielsweise eine höhere Druck- oder Zugfestigkeit besitzt. Stahlbeton, Spannbeton und diverse Verbundwerkstoffe erreichen ihre technologische Leistungsfähigkeit durch dieses Prinzip.
Ataktisch
Ein Polymer ist ataktisch gebaut, wenn die Reste an der Hauptkette eine zufällige räumliche Anordnung zeigen.
Atom
Ein Atom – von gr. atomos: unteilbar – ist der kleinste, mit chemischen Methoden nicht weiter teilbare, Baustein der Materie. Jedes Atom gehört zu einem bestimmten chemischen Element und trägt keine elektrische Ladung.
Atomlage
Als Atomlage bezeichnet man in der Festkörperphysik eine Schicht (Lage) eines Kristalls, dessen Dicke einem Atomabstand im Kristallgitter des Festkörpers entspricht.
Attritor
Attritoren sind Geräte, die zum mechanischen Zerkleinern von festen Stoffen eingesetzt werden. Attritoren werden beispielsweise in der Pulvermetallurgie oder Keramikherstellung verwendet. Mit Attritoren lassen sich Partikelgrößen bis hinab in den Nanometer-Bereich einstellen.
Austauschmischkristall
Als Austauschmischkristall wird ein Mischkristalltyp bezeichnet, bei dem mindestens zwei unterschiedliche Komponenten einen gemeinsamen Kristall bilden und die Teilchen der zweiten Komponente auf regulären Gitterpositionen der ersten Komponente platziert sind.
Autofrettage
Als Autofrettage wird ein Verfahren zur Festigkeitssteigerung von Rohrleitungen bezeichnet, dies wird durch das Einbringen von Druckeigenspannungen realisiert.
Autoklav
Ein Autoklav ist ein gasdicht verschließbarer Hochdruckbehälter. Autoklaven werden für die thermische Behandlung von Stoffen, Stoffgemischen und Materialsystemen im Überdruckbereich eingesetzt.
Autotroph
Als autotroph wird die Fähigkeit von Organismen bezeichnet, Kohlendioxid als Nahrung zu nutzen.
Auxetik
Auxetik beschreibt die Eigenschaft von bestimmten Materialien, sich bei einer Dehnung quer zur Dehnrichtung auszudehnen. Auxetische Materialien besitzen daher eine negative Poissonzahl.
Avogadro-Konstante
Die Avogadro-Konstante ist eine physikalische Konstante, die als Teilchenzahl N pro Stoffmenge n definiert ist. Sie gibt die Zahl der Teilchen in einem Mol an. Die Avogadro-Konstante hat den Wert: NA = 6,022 • 10hoch23 mol-1.
Azeotrop
Als Azeotrop wird ein Stoffgemisch bezeichnet, das nicht durch konventionelle Destillationsverfahren getrennt werden kann. Die Zusammensetzung in der flüssigen und in der gasförmigen Phase ist identisch - beim Sieden verhalten sich azeotrope Gemische daher wie Reinstoffe.