Das System ist in einem Wagen der Münchner U-Bahn im Einsatz. Der Regelbetrieb auf der Strecke in der Innenstadt verläuft problemlos. Syntegra vereint Antrieb, Fahrwerk und Bremse zu einer einzigartigen Gesamteinheit. Durch die kompakte Bauweise besitzt das System einen höheren Wirkungsgrad als konventionelle Antriebe. Es spart zudem Gewicht und damit Energie.
Mit dem Fahrwerk setzt Siemens konsequent auf die Weiterentwicklung umweltschonender Produkte. Der Konzern setzte im vergangenen Geschäftsjahr mit seinem Umweltportfolio 17 Milliarden Euro um.
Syntegra bedeutet einen Generationswechsel in der Bahntechnik. In dem System der Siemens-Division Mobility haben die Entwickler aus Erlangen, Nürnberg und Graz den komplexen mechanischen Traktionsantrieb durch einen Direktantrieb ersetzt, der kein Getriebe hat und damit verschleißfreier und geräuschärmer ist. Zudem ist das Fahrwerk in Summe etwa 30 Prozent leichter als ein heutiges Metro-Fahrwerk. Die Stromersparnis dürfte bei 20 Prozent liegen – eine Energiemenge, die pro Zug etwa dem Jahresbedarf von 100 Haushalten entspricht. Die Umweltbilanz von Bahnen verbessert sich damit weiter. Sie ist heute bei durchschnittlicher Auslastung der Züge fast neunmal besser als bei einem Auto. Konventionelle Schienenantriebe laufen mit Motoren, die mit hohen Drehzahlen arbeiten. Die Umsetzung auf die langsamer laufenden Räder übernimmt deshalb ein Getriebe, das wegen Reibungsverlusten den Energieverbrauch und den Verschleiß in die Höhe treibt. Die heutigen luftgekühlten Asynchron-Motoren müssen wegen vieler Wälzlager und Gummiteile regelmäßig gewartet werden – auch dieser Aufwand ist bei Syntegra geringer. Außer zwei Wälzlagern, die gleichzeitig Radsatzlager sind, enthält der neue Motor keine Verschleißteile – das spart Kosten und erhöht die Lebensdauer. Diese Bauform des Elektromotors kann aufgrund seiner Permanentmagnete auch als sichere elektrische Ersatzbremse dienen.
Der nun in München eingesetzte Testzug ist ein Doppeltriebwagen, von dem ein Wagen mit zwei Syntegra-Fahrwerken ausgestattet ist. Spezielle Messeinrichtungen dokumentieren das Verhalten des Testwagens in allen Details. Die Auswertung nehmen Siemens und SWM/MVG gemeinsam vor. Die Fahrgäste bemerken den Unterschied zu herkömmlichen U-Bahnwagen nur an der seitlichen Beklebung, die auf das Innenleben aufmerksam macht. Siemens rechnet damit, dass die Serienreife von Syntegra in zwei Jahren erreicht werden kann.
Siemens InnovationNews / presstext.de