Bei diesem Verfahren wird mit elektrolytischem Plasma unter Atmosphärendruck gearbeitet.
Das ermöglicht umweltverträgliche Polier-, Entgrat- und Reinigungsprozesse in der Finish-Bearbeitung metallischer Teile. Verwendet werden beim Plasmapolieren Chemikalien mit niedriger Konzentration. Damit gelingt es, so das Institut, sogar Metalle zu glätten, die in der Vergangenheit bei elektrochemischen Verfahren als nicht polierbar galten. Das Polierergebnis sei insbesondere bei Oberflächen aus austenitischem Edelstahl hervorragend, heißt es.
Den außergewöhnlichen Glanz bei Edelstahlteilen führt man auf den Abtrag von Mikrostrukturen bei gleichzeitiger Verringerung der Rauheit zurück. Ferner sei mit dem Prozess eine Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit verbunden. Das Plasmapolieren ähnelt vom apparativen Aufbau her dem elektrochemischen Polieren. Ein wichtiger Unterschied wird in der Zusammensetzung des Elektrolyten gesehen, der beim Plasmapolieren nur geringe Mengenanteile von in Wasser gelösten Salzen enthält.
Zudem unterscheiden sich die beiden Verfahren in den energetischen Prozessparametern, speziell in der elektrischen Badspannung, die zum Zünden des Plasmas unter Wasser hoch sein muss. Die sich einstellende Flächenstromdichte ist mit der des elektrochemischen Polierens vergleichbar.
Im Plasmapolierbad werden die Metallteile einer Temperatur bis zu 100 °C ausgesetzt. In Abhängigkeit von der Vorbehandlung der Teile lässt sich eine Rauheit Ra kleiner als 0,05 µm erreichen. Die Abtragsraten sind werkstoffspezifisch und betragen im Durchschnitt etwa 1 µm je Minute.
Beckmann-Institut für Technologieentwicklung e. V. / MATERIALICA Industry News.