Unter den Styrolcopolymeren der BASF bieten die Spezialitäten Terblend® N, Terluran® HH und Luran® S ein besonders breites Einsatzspektrum. Die Produktentwickler im Bereich Styrenics haben diese Produkte, die sich in vielen Anwendungen bewährt haben, im Hinblick auf noch attraktivere Oberflächen, höhere Temperatur- oder UV-Beständigkeit und verbesserte Fließfähigkeit weiter optimiert.
Neuer Blend: Lichtecht und stoßfest
Der Werkstoff Terblend N ist den Anwendern in erster Linie durch seine Eigenschaft bekannt, matte Oberflächen ohne Lackierung zu ermöglichen und ein akustisch sowie haptisch interessantes Profil zu bieten. Ganz neu im Sortiment ist Terblend N BX 13043, der erste ASA/PA-Blend der BASF, der derzeit noch seine Forschungsbezeichnung trägt. Bisher stand Terblend N ausschließlich für die ABS/PA-Blends. In dem neuen Material wurde nun ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) durch ASA (Acrylnitril-Styrol-Acrylester) ersetzt.
Durch eine verfahrenstechnisch geschickte Kombination gelang es bei dem neuen Blend, auf eine bis dato noch nicht realisierte Weise Zähigkeit, Fließfähigkeit und UV-Stabilität zu vereinen. Weder starke Sonneneinstrahlung noch ein unsanfter Fußtritt können Bauteilen aus Terblend N BX 13043 etwas anhaben. Außerdem ist der neue Blend chemikalienbeständiger als bisherige Terblend N-Typen. In Bewitterungstests zur Simulation von Sonneneinstrahlung bei hoher Temperatur (Heißlichtalterung, VW-Norm PV 1303) schnitt der ASA/PA-Blend bis 1000 Stunden vergleichbar gut ab wie UV-stabilisiertes Luran S (ASA) und deutlich besser als herkömmliche ABS/PA-Blends. Mit seinen verbesserten Gebrauchseigenschaften und der leichten Verarbeitung eröffnet der ASA/PA-Blend der Terblend N-Familie neue, hoch lichtbelastete Anwendungen, wie zum Beispiel Hutablagen im Auto oder Gartenstühle.
Für den klassischen Anwendungsbereich von Terblend N – den Innenraum von Fahrzeugen – ist besonders die erhöhte UV-Beständigkeit interessant. Hier macht die verbesserte Farbechtheit das Material noch attraktiver. Bei Freizeit- und Gartengeräten zählt hingegen vor allem die Zähigkeit und Robustheit. In all diesen Anwendungen lässt sich das neue Material wie die anderen Vertreter der Terblend N-Familie unlackiert und damit sehr kostengünstig einsetzen. Als Entwicklungsprodukt im Oktober 2009 auf der Fakuma erstmals vorgestellt, steht Terblend N BX 13043 seit Anfang dieses Jahres in kommerziellen Mengen zur Verfügung.
Leichter zu verarbeiten und schöner anzuschauen
Dem Trend hin zu einer verbesserten Fließfähigkeit und damit energieeffizienteren und wirtschaftlicheren Verarbeitung folgen die beiden neuen Terblend N-Typen NM-21 EF und NG-02 EF, wobei das EF für „excellent flow“ steht. Ersteres lässt sich dank seines guten Fließverhaltens noch leichter im Spritzguss verarbeiten, so dass daraus große und komplexe Sichtteile wie Mittelkonsolen im Automobilinnenraum oder Motorradverkleidungsteile gefertigt werden können – und dies in noch besserer Oberflächenqualität. Das glasfaserverstärkte Terblend N NG-02 EF kombiniert die verbesserte Fließfähigkeit mit hoher mechanischer Stabilität. Seine trotz der Glasfaserverstärkung gute Schlagzähigkeit macht diesen Styrolkunststoffblend zudem so robust, dass er sich sehr gut für dünnwandige, hoch beanspruchte Bauteile eignet. Außerdem zeichnen sich beide Typen durch eine erhöhte Wärmeformbeständigkeit aus.
Wärmestabilität – hohe Zähigkeit – gutes Fließvermögen
Terluran High Heat (HH) ist – wie der Name schon sagt – das besonders wärmeformbeständige ABS der BASF. Selbst bei Temperaturen von bis zu 112 Grad Celsius bleibt das modifizierte ABS außergewöhnlich dimensionsgenau und formstabil. Die mechanischen Eigenschaften charakterisieren Terluran HH als steifen, harten und zugleich schlagzähen Werkstoff. Das Material ist einfach zu verarbeiten. Fertigteile daraus lassen sich leicht und zuverlässig lackieren sowie metallisieren. Normalerweise führt die hohe Wärmeformbeständigkeit bei ABS jedoch dazu, dass das Material an Zähigkeit und Fließfähigkeit verliert. Nun gelang es den BASF-Forschern, die Rezeptur so zu modifizieren, dass diese Eigenschaften erhalten bleiben.
Die neue Type Terluran HH 102 vereint diese hohe Zähigkeit und gute Fließfähigkeit mit der von dieser Produktgruppe bekannten Hochglanzoberfläche sowie sehr niedriger Belagsbildung. Dank der hohen Kratz- und Abriebfestigkeit sehen Bauteile aus Terluran HH 102 auch nach langer Zeit noch dekorativ aus. Die Strapazierfähigkeit und das attraktive Aussehen des Werkstoffs lassen sich auch für Haushaltsgeräte wie Staubsauger nutzen. Ein namhafter Hersteller testet das Spezial-ABS derzeit für das Gehäuse seines neuen Staubsaugertyps. Die technische Freigabe für das Produkt liegt bereits vor. Die Markteinführung ist für das dritte Quartal 2010 geplant.
Robustes Make-up für Außenanwendungen
Schöne farbige Oberflächen für den Außeneinsatz, die auch nach vielen Jahren noch eine hohe Brillanz aufweisen, werden mit Luran S, dem ASA der BASF, erzielt. Neben der Verarbeitung im Spritzguss eignet sich das Copolymer auch gut zur Mono- und Coextrusion von Platten und Profilen. Genau für diese Verarbeitungsart ist nun ein neuartiges Material entstanden: Das Luran S 767 KE mit seiner erhöhten Fließfähigkeit und hinsichtlich Glanz optimierten Rezeptur lässt sich – anders als die bisherigen Typen – auch gut bei niedrigen Massetemperaturen mit PVC coextrudieren. Es verleiht coextrudierten Deckschichten auf PVC-Außenanwendungen eine gut haftende und besonders glänzende Oberfläche, die Witterungseinflüssen viel besser widersteht als reines PVC. Zusammen mit den Eigenschaften der neuen Type ermöglichen die bekannte Farbbrillanz und Langlebigkeit von Luran S beispielsweise farbstabile und hochglänzende Regenrinnen, die sich leicht dem Hausdesign anpassen lassen. Aber auch andere Verbindungsteile an der Außenhaut von Gebäuden und Dachabdeckungen sind mögliche Anwendungen für das neue Material, das sich nicht nur für die Extrusion, sondern auch für den Spritzguss eignet. In Serie ging Luran S 767 KE vor Kurzem bei der Firma Plastmo Polska SP. z o.o. in Polen, in Form der Regenrinnen Plasa.
Luran S – Wie es dann weitergeht
Farbechtheit und Oberflächenqualität spielen für Anwendungen aus Luran S eine entscheidende Rolle. Damit diese Eigenschaften auch für anspruchsvolle Farben und langjährigen Außeneinsatz möglichst gut erhalten bleiben, suchen die BASF-Forscher immer wieder nach Möglichkeiten, die UV-Stabilisierung zu verbessern und weiterzuentwickeln. Ein neuer Ansatz zeigte jüngst ein beachtliches Optimierungspotenzial auf: Im Testlauf zur Simulation von Außenbewitterung erzielte eine ganz neue Stabilisierung sowohl für tiefschwarze als auch für schneeweiße Oberflächen eine gegenüber dem Standardprodukt deutlich verbesserte Farbkonstanz. Die Vorteile hinsichtlich Glanzerhalt und Farbechtheit traten vor allem bei sehr langer Strahlenbelastung (mehrere tausend Stunden) hervor. Dieser Effekt wird sich nicht nur im Automobilbereich, sondern auch im Bausektor positiv auswirken. Um die Markteinführung vorzubereiten werden die neuen UV-stabilisierten Typen zurzeit im Labor auf Herz und Nieren geprüft.
Quelle: BASF – 06.07.2010.
Ausführungen von Dr. Marko Blinzler
Produktentwicklung Styrolcopolymer-Spezialitäten
BASF SE, Ludwigshafen