MMaterialNews vom 15.02.2010

Siemens-Gasturbine gewinnt Klima-Preis

Technologien von Siemens gehören gleich zweimal zu den Gewinnern des erstmals vergebenen Innovationspreises für Klima und Umwelt.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen und BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf verliehen den in fünf Kategorien mit insgesamt 125.000 Euro dotierten Preis am Donnerstag in Berlin. Die weltweit effizienteste Gasturbine von Siemens Energy erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen“. Auch der erste Geschirrspüler von BSH Bosch und Siemens Hausgeräte, der zur schnellen Trocknung spezielle Mineralien einsetzt, bekam einen der Preise.

Die neue Gasturbine ist das Herzstück eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD) von E.on in Irsching bei Ingolstadt. Die Maschine der Superlative ist mehr als 13 Meter lang, fünf Meter hoch und wiegt mit 444 Tonnen mehr als ein Airbus A 380. Sie alleine schafft 370 Megawatt (MW) Leistung. Kombiniert mit einer Dampfturbine wird die elektrische Leistung rund 570 MW betragen. Das entspricht dem Strombedarf von rund 3,4 Millionen Personen, also in etwa der Stadt Berlin. Dabei erreicht das Kraftwerk den Weltrekord-Wirkungsgrad von mehr als 60 Prozent, was Umwelt und Klima zugute kommt: Bezogen auf den Emissionsdurchschnitt der weltweiten Stromerzeugung spart jedes neue GuD-Kraftwerk mit dieser Turbine jährlich rund 700.000 Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht etwa dem Ausstoß von 350.000 Pkw mit einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern.

Die Gasturbine wurde in den Siemens-Werken Mülheim an der Ruhr und Berlin konstruiert. Das Unternehmen investierte in die Entwicklung und den Bau der Gasturbinenanlage im bayerischen Irsching und in den dortigen Testbetrieb rund 500 Millionen Euro.

Der Innovationspreis für Klima und Umwelt wurde ausgeschrieben vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI). Den Juryvorsitz hat der frühere Umweltminister Klaus Töpfer. Der Preis soll künftig jährlich verliehen werden.

Mit seinem Umweltportfolio, das 2009 rund 23 Milliarden Euro Umsatz verbuchte, ist Siemens der weltweit größte Anbieter grüner Produkte und Lösungen. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum 210 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart, das ist so viel wie New York, Tokio, London und Berlin in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.

Quelle: Siemens AG – 11.02.2010.

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Materialberater, Inhaber Materialsgate
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