Monza, Herbst 2009: Gerade erst sind die Motorengeräusche des letzten Saisonrennens verhallt, Zeit, Bilanz zu ziehen: War der von Evonik Industries gesponserte Lotus-Rennwagen des Teams RED-Motorsport erfolgreich? Teamchef Martin Roos und Klaus Hedrich, Leiter des Automotive Industry Teams von Evonik sind sich einig, dass neben den rennsporttypischen Leichtbaulösungen auch andere Evonik-Kompetenzen den Boliden nach vorne gebracht haben. Stichwort Lack – er sorgt für eine lang glänzende und vor allem kratzfeste Oberfläche. Das ist nicht nur bei Wüstenrennen wie dem im sandigen Dubai wichtig sondern auch in den gemäßigten Klimazonen.
Der Lack des Lotus ist dabei einzigartig. Die letzte Schicht der Außenhaut ist ein Klarlack, der mit AERODISP® 1030 von Evonik veredelt ist. Dabei handelt es sich um eine Dispersion, die auf einer pyrogenen, das heißt in einem Flammprozess hergestellten, Kieselsäure basiert. Sie sorgt als Bestandteil eines Lacksystems für eine deutlich bessere Kratzfestigkeit gegenüber herkömmlichen Lacken und erzielt exzellente optische Eigenschaften, wie beispielsweise mehr Glanz und weniger Schleierbildung (Haze). Zudem ist eine derartige Dispersion, anders als die einzelnen Rohstoffe für die Lackhersteller, wesentlich einfacher zu verarbeiten: nur zugeben, umrühren, fertig. Alles Eigenschaften, die Hersteller und Kunden überzeugen. Die Markteinführung ist in vollem Gange und es laufen bereits Flottenversuche in der Automobilindustrie. Dabei beschränkt sich die Anwendung nicht nur auf den Auto-Lack – auch Folien und Fußbodenbeschichtungen sind beispielsweise möglich.
Der Motorsport ist für Evonik die harte Vorstufe zur Serie. Denn nur was auf der Rennstrecke funktioniert, beweist die grundsätzliche Tauglichkeit für ein Serienfahrzeug. Das belegt das Automotive Team nicht nur mit Lackkomponenten, sondern auch mit Lösungen für den Leichtbau und entwickelte zusammen mit der Sportwagenschmiede von Lotus Engineering im britischen Hethel einen ganz speziellen und Straßen zugelassenen Lotus Exige. Das Konzept des Straßenrenners: Geringes Gewicht wirkt beim Benzinverbrauch, in der Beschleunigung, beim Bremsen, in der Kurve. Die Aufgabe des Boliden mit dem normalen Nummernschild: Zeigen, wie in Rennen erprobte Leichtbaulösungen ihren Weg in die Serienanwendung finden können. So reduziert VESTAMID® HTplus, ein Kunststoff, der erstmals auch den Temperaturen am heißen Motorblock standhalten kann, das Gewicht der Ladeluftrohre um die Hälfte. Ebenfalls jede Menge Gewicht spart eine Lithium-Ionen Batterie mit Evonik-Know-how. PLEXIGLAS®-Seitenscheiben lassen auch die Pfunde purzeln. Ebenso wie Bauteile aus dem Strukturschaum ROHACELL®. Das Ergebnis: der Evonik Light Weight Design (LWD) Lotus, der in Summe 75 Kilogramm weniger auf die Waage bringt als der schon sehr leichte Serien-Exige.
Quelle: Evonik Industries AG - 30.09.2009.