MMaterialNews vom 25.09.2009

Bio-Composite: High-Tech aus Holz

Fakuma 2009 - Auf dem Stand des Fraunhofer ICT wird die Fertigung eines von Stéphane Hubert entworfenen Bumerangs aus nachwachsenden Rohstoffen gezeigt.
Das wachsende Umweltbewusstsein der Kunden und die Verteuerung von Energie und Rohöl sind der Motor für neue Entwicklungen von Biomassebasierten Kunststoffen und Compositen sowie deren Verarbeitung in energieeffizienten Prozessen.

Nachwachsende Rohstoffe zur Polymersynthese, -aufbereitung und -verarbeitung sind seit über 10 Jahren ein Forschungsschwerpunkt am Fraunhofer ICT.

In dem neuen, großen europäischen Verbundprojekt "BioStruct" unter der Leitung des Fraunhofer ICT forschen und entwickeln 20 Verbundpartner entlang der Wertschöpfungskette die nächste Generation von Holz- und Cellulosefaserverstärkten Composite-Werkstoffen, die so genannten "enhanced Wood-Plastic-Composites(eWPC)". Durch eine bessere chemische Anbindung der Fasern an die Matrixpolymere werden gegenüber klassischen Wood Plastic Composites (WPC) deutliche Verbesserungen der mechanischen Eigenschaften erzielt. Das Einsatzspektrum von WPC, die derzeit als preiswerter Ersatz für ungefüllte Kunststoffe einen großen Markterfolg erreichen, wird somit deutlich erweitert.

Technisch hochwertige Anwendungen in der Automobilindustrie, im Bau, der Elektronikindustrie und im Verpackungswesen werden angestrebt. Um der Ressourcenschonung einen weiteren Beitrag zu zollen, werden neben klassischen, ölbasierten Kunststoffen auch Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, zum Beispiel auf Basis von Polymilchsäure (PLA) eingesetzt.

Aber auch vollkommene Neuentwicklungen im Bereich von so genannten technischen Thermoplasten mit hohen mechanischen und physikalischen Eigenschaften werden entwickelt. Die Fertigungsverfahren zur Herstellung der Ausgangsmaterialien(Syntheserouten, der Aufbereitung zu "Bio-Compositen" sowie der Verarbeitung zu Bauteilen sind integraler Bestandteil des Forschungsvorhabens und werden anhand von mehreren ausgewählten Demonstratoren gezeigt.

Auf der FAKUMA 2009 präsentiert sich das Fraunhofer ICT zusammen mit Partnern, den Firmen Schirm Modellbau, Henkel und Engel. Neueste Entwicklungen auf dem Gebiet der Kunststoffe und der Kunststoffverarbeitungstechnik werden vorgestellt. In Bezug auf die Exponate wird ein besonderer Schwerpunkt auf neue Materialien auf Basis nachwachsender Rohstoffe gelegt.

Auf dem Stand des Fraunhofer ICT wird die Fertigung eines von Stéphane Hubert - mehrfacher Teilnehmer der Bumerang-Weltmeisterschaften – entworfenen Bumerangs aus nachwachsenden Rohstoffen gezeigt.

Wir freuen uns, Sie auf unserem Stand B2-2104 in Halle B2 zu begrüßen und versprechen Ihnen, dass Sie nicht stundenlang auf einen Bumerang warten müssen.

Quelle: Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT - 24.09.2009.

Weitere Informationen

Dr. Stefan Tröster
Telefon +49 7 21 46 40-392
Telefax +49 7 21 46 40-111
stefan.troester@ict.fraunhofer.de

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Materialberater, Inhaber Materialsgate
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Materialsgate Glossar

PLA
Die Abkürzung PLA leitet sich vom englischen Begriff „polylactic acid“ ab und kann mit Polylactide oder auch Polymilchsäuren übersetzt werden. Sie bilden eine Gruppe von durch Wärmezufuhr verformbaren Kunststoffen – so genannten Thermoplasten.
WPC
WPC ist die Abkürzung für „Wood Plastic Composites“ und kennzeichnet Verbundwerkstoffe, die aus Holzanteilen, Kunststoffen und Additiven zusammengesetzt sind. In der Regel zeigen diese Materialien thermoplastisches Verhalten und lassen sich beispielsweise mittels Extrusionsmethoden, Spritzgießverfahren, Rotationsgussverfahren, Presstechniken und mit Thermoformverfahren verarbeiten.