MMaterialNews vom 01.04.2009

Verschleißarme, energiesparende Kunststoff- Förderketten aus reibungsoptimiertem Delrin® Polyacetal von DuPont

Auf der Motion, Drive & Automation, die vom 20. bis 24. April in Hannover stattfindet, präsentiert iwis antriebssysteme GmbH & Co.KG in Halle 25 auf Stand B26 erstmalig seine neuen FLEXON® Scharnierband- und Mattenketten aus Delrin® Polyacetal von DuPont.
Mit den Kunststoffketten erfüllt das Münchner Unternehmen die Forderungen der Industrie nach Fördersystemen, die besonders kontaminationsarm, energieeffizient und wartungsarm betrieben werden können. Einen maßgeblichen Beitrag dazu leisten die für die Herstellung gewählten, FDA-zugelassenen Delrin® Typen, die sich durch ihre Kombination aus hoher mechanischer Belastbarkeit, Dimensionsstabilität auch in feuchter Umgebung und sehr gutem Gleitverhalten auszeichnen. Für bestimmte Anforderungen sind in Zweikomponenten-Technik hergestellte Kettenglieder erhältlich, bei denen der Träger aus Delrin® mit einer rutschfesten, weichen Komponente aus einem leistungsfähigen thermoplastischen Elastomer (TPE) umspritzt ist.

Die neuen FLEXON® Kunststoff-Kettenelemente aus Delrin® laufen um bis zu 80 % leiser als vergleichbare Metallausführungen. Zudem sind sie um bis zu 40 % leichter, so dass die Antriebsleistung reduziert oder die Förderleistung gesteigert werden kann.

Die neuen Kunststoffketten zeichnen sich durch ihre geringe Reibung und eine herausragende Verschleißfestigkeit aus. Dadurch lassen sich in vielen Anwendungen auch ungeschmiert sehr hohe Laufleistungen erreichen, was den Einsatz unter hohen hygienischen Anforderungen in der Lebensmittel-, Getränke- und Verpackungsindustrie ermöglicht.

Dazu Dr.-Ing. Frank Mitzschke, Produktmanager in der Abteilung Konstruktion und Entwicklung bei iwis in München: „Wir haben die neuen Kunststoffketten in enger Zusammenarbeit mit Spezialisten von DuPont entwickelt, die uns insbesondere bei Materialoptimierung und Formteilauslegung unterstützt haben. Als Folge bieten wir durch den Einsatz von Delrin® vielen Anwendern eine attraktive Alternative zu Metallketten.

Darüber hinaus empfiehlt sich die Kunststoffvariante durch signifikante Vorteile wie einen verringerten Fertigungsaufwand oder die Möglichkeit, dank der für Kunststoffe typischen Gestaltungsfreiheit schnell auf kundenspezifische Anforderungen zu reagieren. Erste Anwendungen der neuen FLEXON® Scharnierband- und Mattenketten aus Kunststoff wurden bereits erfolgreich realisiert.“

Mit dieser Portfolio-Ergänzung bietet der Münchener Hersteller von Präzisionskettensystemen jetzt eine komplette Produktpalette für die Antriebs- und Fördertechnik, denn neben Rollen- und Förderketten aus Stahl sind in metrischen und Zoll-Breiten ausgelegte FLEXON® Mattenketten sowie die gerade laufenden oder kurvengängigen Scharnierbandketten sowohl in Kunststoff- als auch in Edelstahl erhältlich. Damit ermöglichen sie Lösungen für nahezu alle Förderaufgaben im Stückguttransport.

Typische Anwendungen der neuen Kunststoffausführungen sind der Transport von Glas- und Kunststoffflaschen, Dosen, Kästen, Fässern und Gebinden in Getränkeabfüll- und Verpackungsanlagen, der Transport von Lebensmitteln und generell von Gütern kleiner bis mittlerer Massen. Dabei ermöglicht die hohe Korrosionsbeständigkeit von Delrin® auch den Einsatz hoch wirksamer Reinigungsmedien, die die Verwendung von Metallketten entweder ausschließen oder nur unter hohem Wartungsaufwand gestatten.

Dipl.-Ing. Karsten Faust, Account Manager bei DuPont Deutschland: „Mittels unseres umfangreichen Angebotes an Hochleistungskunststoffen haben wir mit iwis maßgeschneiderte Lösungskonzepte entwickelt und erfolgreich umgesetzt. Und wir werden weiterhin unseren Kunden durch innovative Werkstoffe die Möglichkeit offerieren, neue Marktsegmente im Bereich der Fördertechnik zu generieren. So gibt es bereits Projekte mit Delrin® oder Zytel® Polyamiden als Basismaterial, um mit darauf abgestimmten Verstärkungsfasern und Gleitadditiven die bereits bekannten Vorteile der Kunststoffketten auch für Anwendungen mit deutlich höheren mechanischen Belastungen nutzbar zu machen.“

Anwendungsspezifisch optimierte Delrin® Polyacetale von DuPont

Herausragende tribologische Eigenschaften hinsichtlich geringer Reibung und hoher Verschleißfestigkeit sind ein gemeinsames Kennzeichen aller Delrin® Polyacetale.

Einige Typen dieser Werkstofffamilie von DuPont sind darüber hinaus für bestimmte Anwendungen weiter optimiert.

- Delrin® 511P ist ein unverstärktes Polyacetal-Homopolymer mit mittlerer Viskosität und gilt als Standardtyp für Förderketten aus Kunststoff.

- Delrin® 500AL ist mit einer speziellen Innenschmierung versehen und als verschleiß- und reibungsarmer Mehrzwecktyp einsetzbar.

- Delrin® 500TL ist ein mit Teflon® PTFE Mikropulver modifiziertes Polyacetal für Anwendungen mit niedrigem Reibungskoeffizienten und erhöhtem Widerstand gegen Verschleiß bei der Gleitpaarung gegen Stahl oder sich selbst.

- Delrin® 100KM ist eine hochviskose Type, die mit Kevlar® Markenfasern modifiziert und dadurch besonders abriebfest ist.

Die große Vielfalt der Anwendungen reibungs- und verschleißoptimierter Delrin® Polyacetale reicht von der Fördertechnik über Antriebselemente wie Zahnräder und Automobilkomponenten, Verschluss- und Spendersysteme in Verpackung und Kosmetik bis zu funktionalen Teilen in Wintersportausrüstungen.

Quelle: DuPont.

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Materialberater, Inhaber Materialsgate
Die Recherche und Aufbereitung der in diesem Dokument genannten Daten erfolgte mit größter Sorgfalt.
Für die Richtigkeit, Gültigkeit, Verfügbarkeit und Anwendbarkeit der genannten Daten übernehmen wir zu keinem Zeitpunkt die Haftung.
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Edelstahl
Der Begriff „Edelstahl“ charakterisiert legierte oder unlegierte Stähle mit besonderem Reinheitsgrad.
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Klasse von Kunststoffen, deren Makromoleküle untereinander weitmaschig vernetzt sind – Elastomere sind daher nicht schmelzbar und verhalten sich gummielastisch.
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Glas ist ein amorpher, nichtkristalliner Feststoff. Thermodynamisch kann Glas als gefrorene, unterkühlte Flüssigkeit aufgefasst werden. Im Gegensatz zu kristallinen Materialien fehlt Glas die Fernordnung.
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PTFE ist das Kurzzeichen für den hochtemperaturbeständigen und thermoplastischen Kunststoff Polytetrafluorethylen.
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Als Stähle bezeichnet man metallische Legierungen, deren Hauptbestandteil Eisen ist und deren Kohlenstoffgehalt zwischen 0,002 % und maximal 2,06 % variiert.
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TPE ist das Kurzzeichen für ThermoPlastische Elastomere. Es handelt sich dabei um Kunststoffe, die sich bei Raumtemperatur wie klassische Elastomere verhalten. Unter Wärmezufuhr lassen sie sich jedoch plastisch verformen und ähneln unter diesen Randbedingungen eher den thermoplastischen Kunststoffen.
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Als Verschleiß - umgangssprachlich auch Abnutzung genannt - wird der eintretende Masseverlust einer Materialoberfläche bezeichnet, der durch schleifende, rollende, schlagende, kratzende, chemische oder thermische Beanspruchungen erfolgt.
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Die Viskosität ist ein Maß für die Zähflüssigkeit eines Mediums. Je höher die Viskosität eines Mediums, desto dickflüssiger ist es; je niedriger die Viskosität, desto dünnflüssiger ist es.