MMaterialNews vom 25.06.2008

Darmstadt erhält Zentrum für Adaptronik im Forschungsförderprogramm LOEWE

In der ersten Runde des hessischen Forschungsförderungsprogramms "LOEWE - Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz" hat sich das Fraunhofer LBF …
unter der Leitung von Prof. Holger Hanselka gemeinsam mit der TU Darmstadt und der Hochschule Darmstadt mit seinem Antrag für ein LOEWE-Zentrum Adaptronik erfolgreich durchgesetzt. Das LOEWE-Zentrum AdRIA (Adaptronik - Research, Innovation, Application) wird dabei im Rahmen der Landes-Offensive mit einem zweistelligen Millionenbetrag über die nächsten sechs Jahre gefördert. Gleichzeitig unterstützt die Fraunhofer-Gesellschaft dieses Zentrum mit weiteren 8,5 Millionen Euro. Mit den Mitteln soll unter der Federführung des Fraunhofer LBF am Wissenschaftsstandort Darmstadt ein international führendes Forschungszentrum für Adaptronik entstehen.

Im LOEWE-Zentrum AdRIA werden künftig die komplementären Einzelkompetenzen, die am Fraunhofer LBF, an der Technischen Universität Darmstadt sowie der Hochschule Darmstadt angesiedelt sind, zusammengeführt. Die gemeinsamen Leistungsspektren in der Schlüsseltechnologie Adaptronik werden so gebündelt, damit sie im Sinne einer ganzheitlicher Systemkompetenz weiter entwickelt werden können. Mittelfristig soll das Zentrum die Basis für

- ein neues Fraunhofer-Institut für Adaptronik,
- einen inhaltlich wie personell eng verknüpften Forschungsschwerpunkt Adaptronik an der TU Darmstadt sowie
- einen ergänzenden Forschungs- und Ausbildungsschwerpunkt Funktionsintegrierter Leichtbau an der Hochschule Darmstadt

bilden. Da die Adaptronik als wissensintensive Querschnittstechnologie eine Vielfalt von Kompetenzen aus unterschiedlichen Forschungs- und Anwendungsfeldern erfordert, werden fachlich komplementäre Partner aus den Fachbereichen Maschinenbau, Material- und Geowissenschaften, Elektrotechnik und Informationstechnik, Informatik, Mathematik und Chemie der TU Darmstadt und dem Fachbereich Maschinenbau und Kunststofftechnik der Hochschule Darmstadt mit dem Fraunhofer LBF zusammengebracht.

"Gestärkt wird das regionale Zentrum Adaptronik durch die Zusammenarbeit mit bereits bestehenden aktiven Organisationseinheiten wie dem Fraunhofer Transferzentrum Adaptronik, dem Innovationscluster RheMA sowie der Integrations- und Kooperationsplattform Rhein-Main-Adaptronik e.V. sowie den Exzellenzinitiativen und Forschungsschwerpunkten der TU Darmstadt.", sagt Holger Hanselka, Institutsleiter am Fraunhofer LBF.

Vom Technologie-Portfolio profitieren können insbesondere Industrieunternehmen sowie klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU), denn im Zentrum wird das Know-how für adaptive System- und Strukturkomponenten von der Forschung bis hin zur Kleinserie gebündelt. Darüber hinaus werde ein qualitativ hochwertiges Aus- und Weiterbildungsangebot für Studierende geboten. "Im Dreiklang von Forschung, Anwendung und Bildung können durch das in Europa einmalige Kompetenz- und Leistungsspektrum aller Partner gezielt Wettbewerbsvorteile im nationalen wie im internationalen Wettbewerb erarbeitet werden.", so Hanselka. "Zielsetzung ist es international eine Spitzenposition im Sinne eines wissenschaftlichen Leuchtturms einzunehmen."

Das regional konzentrierte und überregional agierende LOEWE-Zentrum AdRIA könne so dazu beitragen, neue Märkte mit neuen Technologien, Produkten und Serviceleistungen zu erschließen, um nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum in der Region Rhein-Main und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen. Im bundes- und europaweiten Wettbewerb um Standortattraktivität, Innovationsressourcen und Fördermittel können so am Zentrum auch die Voraussetzungen für ein langfristig und nachhaltig agierendes Fraunhofer-Institut für Adaptronik geschaffen werden.

Hintergrund: Adaptronik gilt als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Sie bringt gleichsam "Leben" in mechanische Strukturen und ermöglicht es Bauteilen, sich aktiv an veränderliche Umgebungs- und Betriebsbedingungen anzupassen. Die dadurch möglichen Funktionsvorteile eröffnen nachhaltige Produktinnovationen beispielsweise in den Bereichen Schwingungsisolation, Lärmreduktion, Formkontrolle bis zur Leichtbau- und Zuverlässigkeitsoptimierung. Hieraus können insbesondere in den Branchen Automobilbau, Maschinen- und Anlagenbau, Luft-, Schiffs- und Schienenfahrzeugbau, Bau- und Haustechnik, Medizintechnik und Sicherheitstechnik einzigartige Komponenten und Produkte entwickelt werden.

Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF / IDW.

Weitere Informationen

Holger Hanselka
Telefon: +49 6151 705-222
holger.hanselka@lbf.fraunhofer.de

Thilo Bein
Telefon: +49 6151 705-463
thilo.bein@lbf.fraunhofer.de

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Materialberater, Inhaber Materialsgate
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Die Chemie ist eine exakte Naturwissenschaft. Sie beschäftigt sich mit dem Aufbau, den Eigenschaften und der Umwandlung von Stoffen. Chemische Vorgänge gehen immer mit einer Stoffänderung einher.