MMaterialNews vom 17.06.2008

Fachtagung NanoSilber in Frankfurt

Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel sieht Chancen für den Einsatz von NanoSilber und plädiert für verantwortungsvollen Umgang
Wirtschaftsminister Alois Rhiel hat sich am Montag auf der Fachtagung NanoSilber im Dechema-Haus in Frankfurt für einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Möglichkeiten der Nanotechnologie sowie für eine offene Diskussion der Chancen und Risiken ausgesprochen.

In der Veranstaltung diskutierten rund 120 Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen mit Vertretern von Umwelt- und Verbraucherverbänden die Einsatzmöglichkeiten und Wirkmechanismen von NanoSilber anhand aktueller Forschungsergebnisse. Dabei wurden auch eventuelle ökotoxologische Risiken angesprochen.

„Schon die Römer wussten, dass der Genuss von Lebensmitteln, die in Gefäßen aus Silber gereicht wurden, ein geringeres Risiko bedeutet, durch Bakterien oder Keime zu erkranken“, so Rhiel. Die Nanotechnologie mache es jetzt möglich, Silber effektiver in Produkte einzubringen und die Menge des eingesetzten Materials durch die sparsame, weil nanoskalige Verwendung elementaren Silbers zu reduzieren. Allerdings nehme die Anzahl der silberhaltigen Produkte dadurch zu. Schon jetzt zähle die Datenbank des Woodrow Wilson International Centers über 130 Produkte, die NanoSilber enthielten. Von Haushaltsverpackungen, Geschirr, Textilien, Badarmaturen und Lacken bis hin zu Zahnbürsten, Wundverbänden und Medizintechnik – in fast jedem Bereich fänden sich bereits Produkte, die mit NanoSilber-Technologie werben. Unternehmen, die mit NanoSilber ausgerüstete Materialien und Produkte entwickelten, könnten auf große Marktpotenziale hoffen, denn durch den Einsatz antimikrobiell wirkender Oberflächen werde erwartet, die Hygiene zu verbessern, Reinigungszyklen zu verlängern oder den Einsatz von Reinigungsmittel zu minimieren.

Rhiel betonte aber, dass immer der gesamte Produktlebenszyklus betrachtet werden müsse: „Wir müssen auch schauen, ob NanoSilber-Partikel in das Abwasser gelangen und wenn ja, wie sie sich beispielsweise auf biologische Kläranlagen auswirken.“

Die Hessische Landesregierung setze sich dafür ein, dass die Nanotechnologie in mit Optimismus und Konsequenz vorangetrieben werde, jedoch auch stets verantwortungsvoll, das heiße bei bestmöglichem Schutz und zum größtmöglichen Nutzen für Mensch und Umwelt. Das betreffe nicht nur die wissenschaftlich-technologische Seite, sondern auch die öffentliche Kommunikation, sagte der Minister. „Aus der Gentechnologie-Debatte haben wir gelernt, dass eine frühzeitige, offene Auseinandersetzung mit möglichen Risiken entscheidend für das Vertrauen ist.“ Ohne dieses Vertrauen würden selbst hochinnovative Produkte nicht angenommen, der wirtschaftliche Erfolg bleibe aus. Dank des Engagements und der Diskussionsbereitschaft der Wissenschaft, der Industrie sowie der Verbraucher- und Umweltorganisationen, wie sie sich auf der Tagung heute zeige, könne die Nanotechnologie ein Beispiel dafür werden, wie Innovationen künftig nachhaltig und zum Wohl und Nutzen Aller umgesetzt werden könnten.

Veranstaltet wurde die Fachtagung NanoSilber von der Dechema Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie und der Aktionslinie Hessen-Nanotech des Hessischen Wirtschaftsministeriums.

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung.

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Materialberater, Inhaber Materialsgate
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