MMaterialNews vom 04.06.2008

Rhein-Main Adaptronik ausgezeichnet

Im Rahmen des 1. Clusterwettbewerbs des Landes Hessen prämierte am vergangenen Donnerstag der Hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel das Cluster Rhein-Main Adaptronik.
Für den themenoffenen Wettbewerb konnten sich sowohl noch zu gründende Initiativen bewerben als auch bereits bestehende Cluster, die durch Professionalisierung und Weiterentwicklung des Clustermanagements neue Themen und Märkte erschließen wollen. Rhein-Main Adaptronik will mit dem vorgestellten Konzept der "Aktions- und Integrationsplattform" die Schlüsseltechnologie Adaptronik für die Rhein-Main Region erschließen. Im Fokus stehen dabei vor allem die Automotive-Branche, der Maschinen- und Anlagenbau und die Automatisierungstechnik.

"Wachstum und regionale Wettbewerbsfähigkeit zeigen sich vor allem dort, wo Unternehmen in regionalen Clusternetzwerken kooperieren und dabei gemeinsam Ressourcen wie wissenschaftliche Einrichtungen, Bildungsstätten etc. nutzen." so Rhiel zu den Zielen des Clusterwettbewerbs. "Es ging um Sensibilisierung, um Motivation der Akteure vor Ort in den Unternehmen und Regionen des Landes". Eine fachkundige Jury von Vertretern aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft und Wirtschaftsförderung wählte aus den eingereichten Wettbewerbsbeiträgen die zu prämierenden Konzepte aus. Die Auszeichnung ist mit einer Förderempfehlung für das Hessische Wirtschaftsministerium verbunden. Das Ministerium wird in den nächsten Jahren insgesamt bis zu 12,5 Mio. Euro für die Förderung von regionalen Wirtschaftsnetzwerken (Cluster) zur Verfügung stellen, davon bis zu 10 Mio. Euro aus Europäischen Mitteln.

Mit dem ausgezeichneten Konzept strebt Rhein-Main Adaptronik den Ausbau der vorhandenen regionalen Stärke auf dem Gebiet der Adaptronik zur Entwicklungsführerschaft an: "Made in Rhein-Main - Distributed worldwide", so lauten Motto und Ziel des Clusters. Bereits im November letzten Jahres initiierte das Fraunhofer LBF in Darmstadt unter der Leitung von Prof. Holger Hanselka die Gründung des Vereins Rhein-Main Adaptronik e. V., der nun den organisatorischen Motor für das gleichnamige Cluster bildet. Besonders vorteilhaft für das Netzwerk ist es, dass sich mit dem LBF-Kompetenzcenter Mechatronik/Adaptronik unter der Leitung von Dr. Tobias Melz eine der größten und erfahrensten Adaptronik Fachgruppen Europas für den Verein engagiert. Weiterhin profitiert der Verein von der Expertise und engagierten Mitwirkung von Unternehmen wie Adam Opel GmbH, Conti Tech Vibration Control GmbH, Freudenberg Forschungsdienste KG, Fludicon GmbH, Harmonic Drive AG, ISYS Adaptive Solutions GmbH, KSB AG, Mecatronix GmbH, Schenck RoTec GmbH, Stress and Strength GmbH, ts3 the smart systems solution gmbH, der TU Darmstadt, dem TÜV Hessen und weiteren Partnern.

"Adaptronik ist die Basis für eine Vielzahl attraktiver Produkt und Prozessinnovationen in den Bereichen Schwingungsminderung, Lärmreduktion, Formkontrolle sowie Leichtbau- und Zuverlässigkeitsoptimierung. Rhein-Main Adaptronik wird dazu beitragen, diese Potenziale schneller am Markt zu realisieren", sagte Dr. Ursula Eul, Vorstandsmitglied des Vereins und Strategisches Management am Fraunhofer LBF im Rahmen der Preisverleihung. "Der nächste große Meilenstein wird die Anbindung und enge Verzahnung des Clusters mit dem neu entstehenden Fraunhofer-Transferzentrum Adaptronik in Darmstadt Kranichstein sein", so Eul weiter.

"Die Plattform ermöglicht neue Geschäftskontakte und eröffnet über neue oder verbesserte Produkte den Zugang zu weiteren Märkten im globalen Wettbewerb. Die damit verbundenen Wertschöpfungspotenziale für Forschung, Entwicklung und Wirtschaft können gemeinsam besser erschlossen werden", erläuterte Dr. Ralf Michael Fuchs, Vorstandsmitglied bei Rhein-Main Adaptronik e. V. und Geschäftsführer der Schenck RoTec GmbH.

Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF / IDW.

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Materialberater, Inhaber Materialsgate
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Materialsgate Glossar

Cluster
In den Materialwissenschaften bezeichnet ein Cluster einen Verbund von wenigen bis einigen tausend Atomen oder Molekülen. Cluster können somit als Übergang von einem Gas oder von einer Flüssigkeit zu einem Festkörper angesehen werden. Größere Cluster, deren Dimensionen in der Größenordnung von einigen Nanometern liegen, werden oft auch als Nanoteilchen bezeichnet.