MMaterialNews vom 10.04.2008

Sensor mit Außenhaut aus Hytrel® trägt zu mehr Fußgängersicherheit von Kfz bei

Ein je nach Ausführung 1,1 bis 1,4 m langes, sandwichartig aufgebautes Sensorband mit einer Außenhaut aus dem thermoplastischen Polyesterelastomer …
Hytrel® 5556 von DuPont hilft, das Verletzungsrisiko für Fußgänger bei einem Zusammenprall mit einem Kfz zu minimieren. Der zur MAGNA-Gruppe gehörende Systemlieferant Magna Electronics Europe, Sailauf, ist der Entwickler dieses neuartigen Sensors, der ein zentrales Bauteil der so genannten aktiven Motorhaube ist.

Gründe für den Einsatz des gewählten Hytrel® Hochleistungstyps waren dessen vorteilhafte Eigenschaftskombination aus hoher Alterungsbeständigkeit und sehr gutem elastischen Verhalten bei Temperaturen von 85 °C bis –40 °C. Der Sensor befindet sich zwischen dem vorderen Stoßfänger und dem Kühler und ist während seiner gesamten Lebensdauer Spritzwasser, Streusalzlösungen, Staub und starken Temperaturschwankungen ausgesetzt.

„Durch die Nähe zum Kühler und auf Grund von Sonneneinstrahlung kann die Einsatztemperatur auf bis zu 85 °C steigen, im Winter kann sie bis auf –40 °C sinken. Wir suchten nach einem Werkstoff, der zu jeder Zeit und unter allen Bedingungen die zuverlässige Funktion des Sensors ermöglicht.

Hytrel® von DuPont erfüllte diese hohen Anforderungen. Der Kunststoff besitzt eine hohe Alterungsbeständigkeit, ist widerstandsfähig und behält auch bei tiefen Temperaturen die funktionsentscheidende Elastizität“, so Ralf Konnerth, Component Manager bei Magna Electronics Europe. Auf Grund der Länge des Bauteils werden die beiden Hytrel® Bänder der Außenhaut im Kaskadenspritzguss hergestellt. Dabei ist die Einhaltung engster Fertigungstoleranzen wesentliche Voraussetzung für die zuverlässige Funktion des Sensors. Bei der Optimierung des Spritzgießprozesses und der Auslegung des Werkzeugs bekam Magna Electronics Europe Unterstützung von DuPont. Konnerth weiter: „Die technischen Experten von DuPont halfen uns mit eigenen Tests bei der Bestimmung der optimalen Spritzgießparameter und der Werkzeugauslegung. Darüber hinaus bekamen wir wertvolle Hinweise zur Montage des ‚Sensor- Innenlebens’ (ein Lichtwellenleiter eingebettet in PUR-Schaum), das mit den beiden Außenhaut-Hälften verklebt wird.“ Zur besseren Haftung des PUR-Schaums an Hytrel® werden die Kunststoff-Oberflächen vor dem Zusammenbau vorbehandelt.

Der Fußgängerschutzsensor von Magna Electronics Europe kommt derzeit im Jaguar XK und Citroën C6 zum Einsatz. Damit sind diese beiden Modelle der gehobenen Klasse die ersten Pkw auf dem Markt, die mit der Technik der ‚aktiven‘ Motorhaube ausgerüstet sind. Weitere Fahrzeugmodelle werden folgen.

DuPont.

Hintergrund: Funktionsprinzip ‚aktive‘ Motorhaube

Die sensorgesteuerte ‚aktive‘ Motorhaube gehört zu den aktuellsten Entwicklungen im Automobilbau, die zu einem verbesserten Fußgängerschutz beitragen sollen. Im Inneren des zwischen dem vorderen Stoßfänger und Kühler montierten Sensorbands befindet sich ein weicher PU-Schaum, in den ein Lichtwellenleiter (LWL) aus Polymethylmethacrylat (PMMA) eingebettet ist. Eine Leuchtdiode sendet Lichtimpulse in den LWL. Dieser Sender ist mit dem Empfänger auf der anderen Seite des Sensors synchronisiert. Der Empfänger registriert die ankommende Lichtmenge und vergleicht sie mit der gesendeten. Prallt nun ein Gegenstand auf den Sensor, erhöht sich die Dämpfung im LWL und die empfangene Lichtmenge ist kleiner als die eingebrachte. Aus dieser Differenz berechnet die an den Sensor angeschlossene Messelektronik die Kraft des Aufpralls. Aus dem Kraftverlauf in Relation zur Zeit wird nach einem in vielen Versuchen entwickelten Algorithmus auf das aufprallende Objekt geschlossen. Handelt es sich um einen Menschen, werden pyrotechnische Aktuatoren gezündet, die die Motorhaube in rund 40 ms um einige Zentimeter anheben. Dadurch vergrößert sich der Abstand des aufprallenden Körpers zu den harten Motorteilen, so dass mehr Energie abgebaut werden kann. Zudem wird der Winkel so verändert, dass der Fußgänger nicht mit dem Kopf auf der Windschutzscheibe aufschlägt. Dieser Mechanismus ist effektiv bis zu einer maximalen Geschwindigkeit von rund 45 km/h.

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Materialberater, Inhaber Materialsgate
Die Recherche und Aufbereitung der in diesem Dokument genannten Daten erfolgte mit größter Sorgfalt.
Für die Richtigkeit, Gültigkeit, Verfügbarkeit und Anwendbarkeit der genannten Daten übernehmen wir zu keinem Zeitpunkt die Haftung.
Bitte diskutieren Sie die Verwendung und Eignung für Ihren konkreten Anwendungsfall mit den Experten der genannten Institution.

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