MMaterialNews vom 25.05.2012

Textilien: Wie viel Wärme geht durch den Stoff?

Das neue Messgerät „WATson“ ermöglicht eine schnelle und flexible Bestimmung von Materialeigenschaften
Das neue Messgerät „WATson“ (WärmeAbgabeTester) erweitert das breite Spektrum von Prüfleistungen der weltweit renommierten Hohenstein Institute. Das Gerät kann die Wärmeabgabe der Haut unter unterschiedlichsten Umgebungsbedingungen inklusive Wind simulieren und dient zur Bestimmung der Wärme- und Feuchteabgabeeigenschaften von textilen Materialien. Es ermöglicht schnelle und variable Prüfungen von Textilien für unterschiedlichste Einsatzbereiche, von Tropischer Hitze bis zu heftigen Minustemperaturen und hohen Windgeschwindigkeiten.

Der neue Wärmeabgabetester bietet eine Reihe von Möglichkeiten zur Entwicklung und Optimierung diverser Textilien, vom T-Shirt mit „cooling effect“ über die winddichte Motorradjacke bis zu kältesicheren Schlafsäcken. So können textile Materialien bereits während der Entwicklung geprüft und frühzeitig optimiert werden. Des Weiteren ermöglicht das Gerät eine schnelle Produktionsüberwachung und leistet somit eine wichtige Hilfestellung bei der Einhaltung von Qualitätsstandards.

Der Wärmeabgabetester entspricht dem Prinzip des weltweit etablierten Hautmodells (sweating guarded hot-plate), ist jedoch technisch einfacher aufgebaut. Im Vergleich zum Hohensteiner Hautmodell, bei dem sowohl der Aufbau als auch die Prüfung selbst durch die Normen DIN EN 31092 bzw. ISO 11092 reglementiert sind, ermöglicht WATson schnellere Messungen, die flexibel auf die Ziele der Kunden und die gewünschten Einsatzbereiche bzw. Klimabedingungen abgestimmt werden können.

„WATson“ bietet eine breite Palette an möglichen Messungen. Es kann z.B. gemessen werden, wie viel Wärme bei konstanten oder sich ändernden Umgebungsbedingungen durch einen bestimmten Stoff durchgeht. Somit kann ein Textil für unterschiedliche Einsatzzwecke entsprechend optimiert werden.

Mit dem neuen Messgerät kann auch die Zeitdauer ermittelt werden, bis die maximale Heiz- bzw. Kühlleistung eines textilen Materials erreicht wird, z.B. für die Untersuchung von Textilien, die für Autositzheizungen eingesetzt werden.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit eine Veränderung der Hauttemperatur, die PCM-Textilien versprechen, zu messen und somit Kühl- und Wärmeffekte dieser Textilien nachzuweisen.
PCM-Textilien werben mit der Steigerung des Tragekomforts mittels einer das Körperklima regulierenden Funktion der Kleidung, die Schwankungen der Umgebungstemperatur ausgleichen soll. Es ist jedoch schwierig, einen wirkungsvollen PCM-Effekt zu ermöglichen und gleichzeitig den textilen Charakter der Bekleidung zu erhalten. Für die optimale Anwendung des PCM-Effektes ist noch weitere Forschungsarbeit nötig. In diesem Zusammenhang ist der neue Wärmeabgabetester das geeignete Messgerät für die Untersuchung der Wirkung neuer PCM-Textilien und deren Anpassung in Hinsicht auf einen optimalen Tragekomfort.

Quelle: Hohenstein Institute - 24.05.2012.

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Materialberater, Inhaber Materialsgate
Die Recherche und Aufbereitung der in diesem Dokument genannten Daten erfolgte mit größter Sorgfalt.
Für die Richtigkeit, Gültigkeit, Verfügbarkeit und Anwendbarkeit der genannten Daten übernehmen wir zu keinem Zeitpunkt die Haftung.
Bitte diskutieren Sie die Verwendung und Eignung für Ihren konkreten Anwendungsfall mit den Experten der genannten Institution.

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PCM
PCM steht für Phase Change Materials. Diese Materialien werden häufig als Wärmespeicher genutzt. Ihre Funktion basiert auf der Ausnutzung latenter Umwandlungswärmen bei Phasenübergängen.