MMaterialsgateNEWS vom 26.01.2012

Architektur: Gewebte Lichtstrukturen für Deko, Bühne und Architektur

LED-Hinterleuchtete Neuheit mit BMWI-Förderung schneller am Markt
Mit einem lichttechnischen Spezialgewebe sorgt ein Textilunternehmen aus Baden-Württemberg bei Architekten, Designern und Dekorateuren im wahrsten Wortsinne für Erleuchtung.

Die international patentierte Neuheit namens ETTLINlux, mit der sich stimmungsvolle, dreidimensionale und damit räumlich tiefe Lichtstrukturen erzeugen lassen, entstand in erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Textil- und Verfahrenstechnik (ITV) Denkendorf und der benachbarten ETTLIN AG aus Ettlingen.

Das international patentierte 3D-Effektmaterial ist Ergebnis einer vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) geförderten Forschungskooperation. Mit der Innovation begründete der Hersteller zugleich einen neuen Geschäftsbereich mit bereits zehn Mitarbeitern. Das Forschungskuratorium Textil (FKT), Dachorganisation 16 deutscher Textilinstitute, würdigte den nur zwei Jahre dauernden Überleitungsprozess wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Industrie als „beispielhaft“.

Lichteffekte sind das Ergebnis des Wechselspiels zwischen Textil und rückseitig angeordneter LEDs. Zum inzwischen mit dem Innovationspreis des Landes ausgezeichneten Hightech-Produkt steuerte das ITV langjährige Erfahrungen mit der Hinterleuchtung von Textilien bei. Für Textilforscher Christoph Riethmüller, der das ZIM-Projekt wissenschaftlich betreut, hat Leuchtgewebe wegen seines geringen Energieverbrauchs auch Potenzial für den Einsatz in Elektroautos.

Das Magic-Gewebe ist frei verformbar und bietet Möbel- und Messebauern, Bühnenbildner sowie Innendekorateuren vollkommen neue Möglichkeiten, mit Licht zu gestalten. Die im Material entstehenden bogenförmigen Lichtlinien in den Farben des jeweiligen Stimulanzlichts werden zu scheinbar dreidimensionalen Körpern geformt und breiten sich in die Tiefe des Raumes hinter dem Gewebe aus. Zudem verändern sich diese Lichtstrukturen dynamisch mit dem Betrachtungswinkel. Auf diese Weise können Verkaufs-, Bar- oder Rezeptionsbereiche optisch ansprechend gestaltet werden und erscheinen größer. Besonders interessant, so der Hersteller, sollen auch Anwendungen in Wellness- und Saunaanlagen oder im Eventbereich sein.

Als innovativer Beitrag zur Lichtarchitektur gilt auch die jüngste Entwicklung: „Smart Glas I“, ein bis 2 x 3 Meter großes Effektverbundglas als Massenprodukt für den Einsatz in Glaswänden und Fassaden. „Wir versuchen, die textilen Lichteffekte mit immer neuen Materialien zu verbinden und damit neue Märkte anzusprechen“, sagt ETTLIN-Vorstand Dr.-Ing. Oliver Maetschke. Er prognostiziert für den neuen Geschäftsbereich einen Umsatz von mehreren Millionen Euro jährlich.

Aus Sicht des Forschungskuratoriums Textil ist der vergleichsweise schnelle Forschungstransfer beispielgebend. „In der Regel dauert es mindestens vier, fünf Jahre bis zum neuen Produkt; selbst zehn und mehr sind keine Seltenheit“, weiß FKT-Chef Dr. Klaus Jansen. Genau das aber sei das Problem in Deutschland: „Wissenschaftliche Lösungen aus den Instituten –selbst jene im Auftrag der Industrie – brauchen oft noch viel zu viel Zeit bis zum innovativen Produkt oder Verfahren.“

Quelle: Ettlin AG – 24.01.2012.

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Inhaber und Gründer von Materialsgate
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