Am 15. Oktober erfolgt zwischen Faido und Sedrun in der Schweiz an der Oströhre des Gotthard-Basistunnels der Hauptdurchschlag. Beim Bau des längsten Eisenbahntunnels der Welt tragen Bauchemie-Lösungen der BASF zu Effizienz, Langlebigkeit, Sicherheit und somit zu nachhaltigem Bauen bei.
Für zwei der insgesamt fünf Bauabschnitte und circa 20 des insgesamt 57 Kilometer langen Tunnels, liefert BASF Betonzusatzmittel, Spritzbetonmaschinen und Brandschutzmörtel.
Im Bauabschnitt zwischen Erstfeld und Sedrun werden für die beiden parallelen Tunnelröhren und die Querverbindungen, die alle 300 Meter die Röhren miteinander verbinden, Betonzusatzmittel der BASF verwendet. „Für die Arbeiten unter Tage muss Beton widersprüchlichsten Anforderungen gerecht werden: Auf dem kilometerlangen Weg in den Berg darf der Beton nicht hart werden und muss noch stundenlang verarbeitbar sein. Im Gotthard ist dies eine der größten Herausforderungen. Andererseits muss der Beton dann blitzartig erstarren, wenn er an die Tunnelwand gespritzt wird“, sagt André Germann, Leiter Underground Construction Deutschland, Österreich, Schweiz und Osteuropa.
Möglich wird das durch die richtige Kombination von Betonzusatzmitteln von BASF: Fließmittel machen Beton besonders fließfähig. Ein Spritzbeschleuniger dagegen lässt den Beton nach dem Auftragen auf die Tunnelwand sofort erstarren.
Eigens für die speziellen Herausforderungen an die Verarbeitbarkeit von Beton im Gotthard-Tunnel hat BASF ein Zusatzmittel entwickelt. Es verlangsamt die Hydratation des Zements. Im System mit den BASF-Fließmitteln kann der Beton so auch nach langen Transportwegen und unter den hohen Temperaturen im Inneren des Berges optimal verwendet werden. Sowohl zur Erstsicherung nach dem Ausbruch als auch beim Betonieren der Innenschale wurde das System aus Fließmittel und Verzögerer im Gotthard-Tunnel angewendet.
Darüber hinaus kommen im Gotthard-Tunnel Spritzbetonmaschinen der BASF zum Einsatz. Die Spezialgeräte wurden für die schwierigen Bedingungen im Tunnelbau entwickelt. Sie sprühen unmittelbar nach dem Abbau des Gesteins Beton auf die Tunnelwand. Dadurch wird verhindert, dass Fels nachbricht oder Wasser in den Tunnel eindringt.
Um die Tunnelwand im Bereich des Südportals im Fall eines Feuers zu schützen, wurde sie mit einem speziellen BASF-Brandschutzmörtel ausgestattet. „Mit dieser Schicht halten die Tunnelwände einer Temperatur von bis zu 1.400 °C mindestens 90 Minuten stand. Dadurch gewinnt man wertvolle Zeit für Löscharbeiten“, sagt Frank Clement, BASF-Experte für Brandschutzlösungen im Untertagebau.
Ab 2017 verkürzt der Eisenbahntunnel auf der Strecke von Zürich nach Mailand die Reisezeit um eine Stunde. Außerdem werden Güterzüge wegen der geringen Steigung der Strecke mit doppelter Last und Geschwindigkeit fahren können. Personen und Güter können dann die Alpen noch schneller, sicherer und umweltfreundlicher durchqueren.
Quelle: BASF – 07.10.2010.