MMaterialNews vom 20.07.2012

Fraunhofer IFAM Dresden legt Basis für Serienfertigung von thermoelektrischen Werkstoffen

Das Dresdner Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) entwickelt bereits seit mehreren Jahren Verfahren für die Herstellung und Verarbeitung von modernen thermoelektrischen Werkstoffen. Neben der Verbesserung der Werkstoffeigenschaften geht es den Forschern vor allem darum, geeignete Produktionsverfahren für die Industrialisierung der Ergebnisse voranzubringen.
Die technologischen Entwicklungen zur reproduzierbaren Herstellung der Werkstoffe im Technikumsmaßstab werden über die komplette Prozesskette realisiert: von der Pulveraufbereitung – Zerkleinern, Mahlen, Fraktionieren - über die technologische Umsetzung bis hin zur prototypischen Schenkelkonfektionierung und Bauteilfertigung. Für spezielle Legierungen kommt außerdem das Verfahren des Melt Spinning zum Einsatz.

Einen aktuellen Forschungsschwerpunkt stellen Systeme mit thermoelektrischen Werkstoffen wie z.B. Siliziden, Telluriden aber auch Skutteruditen für Hochtemperaturanwendungen dar, wobei Dauereinsatztemperaturen von 500°C angestrebt werden. Des Weiteren werden Werkstoffe für Anwendungen bei Raumtemperatur wie beispielsweise Wismuttellurid Bi2Te3 entwickelt.

Am Fraunhofer IFAM Dresden stehen mehrere produktionsnahe Anlagen für Kurzzeitsinterverfahren zur Verfügung. Von besonderer Bedeutung ist dabei das Spark Plasma Sintern (SPS), da dieses unter Zeit-, Kosten und Produktivitätsaspekten optimal für eine Serienfertigung geeignet ist. Am Institut befindet sich die erste semikontinuierliche Hochdurchsatz-Anlage in produktionsrelevanter Größe in Europa.

Darüber hinaus bietet das Institut vielfältige Anlagen zur Charakterisierung thermoelektrischer Werkstoffe (z.B. Seebeck-Messstand, Bestimmung elektrischer und Wärmeleitfähigkeit, mechanische Charakterisierung) ebenso wie experimentelle Möglichkeiten zur thermomechanischen Auslegung von Bauteilen und Systemen sowie deren Simulation.

Mit seinen innovativen Werkstoff- und Technologieentwicklungen festigt das Institut seine Position als führender Partner in Deutschland, wenn es um Pulvermetallurgie allgemein und Thermoelektrik im Speziellen geht.

Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft - 18.07.2012.

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Materialberater, Inhaber Materialsgate
Die Recherche und Aufbereitung der in diesem Dokument genannten Daten erfolgte mit größter Sorgfalt.
Für die Richtigkeit, Gültigkeit, Verfügbarkeit und Anwendbarkeit der genannten Daten übernehmen wir zu keinem Zeitpunkt die Haftung.
Bitte diskutieren Sie die Verwendung und Eignung für Ihren konkreten Anwendungsfall mit den Experten der genannten Institution.

Sie wünschen Material- und Technologierecherchen zu diesem Thema?

Materialsgate steht für hochwertige Werkstoffberatung und innovative Materialrecherchen.
Nutzen Sie unseren Beratungsservice

MMehr zu diesem Thema

Ungenutzte Wärme in nutzbare Energie umwandeln – das kann der 18 mm breite, 21 mm lange und 6 mm hohe thermoelektrische Generator aus Nano-Silizium. Dieses Minikraftwerk nutzt erstmalig als Basismaterial das unbegrenzt verfügbare und umweltfreundliche Silizium.
Diese Entwicklung aus der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF), die am Institut für Energie- und Umwelttechnik e. V. (IUTA) – einer Forschungsvereinigung der AiF – koordiniert wird, ist so viel versprechend, dass sie am 22. Mai 2012 auf der Kongressmesse InnoMateria in Köln mit dem InnoMateria Award ausgezeichnet wurde. Thermoelektrische Generatoren sind nicht neu, aber selten. Sie werden vor allem in Raumfahrtprojekten oder in Spezialanwendungen eingesetzt und enthalten meist umweltschädliche... mehr
Dr. Gabi Schierning und Dr. Hartmut Wiggers vom Center for Nanointegration Duisburg-Essen (CeNIDE) an der Universität Duisburg-Essen ist es erstmals gelungen, effiziente Nanomaterialien für thermoelektrische Anwendungen aus der Gasphase zu synthetisieren.
Das Ergebnis ist eine äußerst homogene Silizium-Germanium-Legierung mit extrem niedriger Wärmeleitfähigkeit. In einem Sonderheft über neueste Entwicklungen thermoelektrischer Materialien des „Journal of Materials Research“ (Jahrgang 26, Ausgabe 15) werden die Erkenntnisse veröffentlicht. Ein ideales Material für den Einsatz in der Thermoelektrik hat eine hohe elektrische Leitfähigkeit und gleichzeitig eine geringe Wärmeleitfähigkeit – das Verhältnis der beiden Werte geht in den... mehr
Mit einer Neuheit warten materialwissenschaftlliche Mineralogen der Universität Leipzig auf: Sie entwickelten hocheffektives Nanomaterial für die Photovoltaik und Thermoelektrik. Die gemeinsam mit Minsker Forschern durchgeführten Arbeiten sind erschienen in der renommierten Zeitschrift "Crystal Research and Technology".
Unter dem Titel "Epitaxial Sn1-xPbxS nanorods on iso-compositional thin films" erschien in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift "Crystal Research and Tecnology" ein Beitrag von Prof. Klaus Bente, Direktor des Institutes für Mineralogie, Kristallographie und Materialwissenschaft der Universität Leipzig, und seinen Mitarbeitern sowie wissenschaftlichen Kooperationspartnern in Minsk. Der Artikel beschreibt eine wissenschaftliche Neuheit: Die Herstellung eines Nanorasens... mehr
"Strom aus Abwärme" lautet das Stichwort der gemeinsamen Entwicklung des Automobilherstellers BMW Group und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR): Mit dem Thermoelektrischen Generator (TEG) wird die bislang ungenutzte Abwärme aus Abgasen in elektrische Energie umgewandelt.
Er kann damit das Fahrzeug mit Bordstrom versorgen und den CO2-Ausstoß reduzieren. Am Stuttgarter DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte wurde der TEG in ein BMW-Versuchsfahrzeug integriert und erfolgreich getestet. Mit dem Thermoelektrischen Generator stellen sich die BMW Group und die DLR-Institute für Werkstoff-Forschung Köln und für Fahrzeugkonzepte Stuttgart der Herausforderung, die bisher ungenutzt an die Umwelt abgegebene Wärme des Abgases in elektrische Energie umzuwandeln und nutzbar... mehr
RSS
facebook
xing
twitter
linkedin

MaterialCards Weekly

Ihr persönlicher und kostenfreier Material-Reminder - wöchentlich per E-Mail

Service:
Material­cha­rak­teri­sierung und Werkstoffprüfung

Sie benötigen leistungsfähigste Methoden der Material­cha­rak­teri­sierung und Werk­stoff­prü­fung zur Optimierung Ihrer Produkte?
Gefüge-Analytik
Korrosionstests
Untersuchung von Diffusionsschichten
Keramographie
Thermographie
Charakterisierung von Nanobeschichtungen
Schadensanalyse von Bauteilen
Prüfung von Werkstoffen der Elektrotechnik
Medizintechnische Untersuchungen
Element-Mapping
Metallographie
Automotive Testing
Charakterisierung von Katalysatoren
Prüfung von Kunststoffen
Charakterisierung von Composites
Barriere-Eigenschaften
Bruchmechanik
Charakterisierung von Fügetechnologien
Charakterisierung von Coatings
Schadensanalyse von Produkten
Gefüge-Analytik
Korrosionstests
Untersuchung von Diffusionsschichten
Keramographie
Thermographie
Charakterisierung von Nanobeschichtungen
Schadensanalyse von Bauteilen
Prüfung von Werkstoffen der Elektrotechnik
Medizintechnische Untersuchungen
Element-Mapping
Metallographie
Automotive Testing
Charakterisierung von Katalysatoren
Prüfung von Kunststoffen
Charakterisierung von Composites
Barriere-Eigenschaften
Bruchmechanik
Charakterisierung von Fügetechnologien
Charakterisierung von Coatings
Schadensanalyse von Produkten
Kontaktieren Sie uns – Wir leiten Ihre Fragestellung an einen unserer Kooperationspartner weiter, die alle anerkannte und zertifizierte Prüf­la­bore mit modernster Ausstattung be­treiben.

Empfohlene Literatur

Werner Schatt et al
Springer, Berlin
Jean-Marie Dubois et al.
Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA
Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA

Empfohlene MaterialCards

Materialsgate Glossar

Plasma
Unter einem Plasma wird man in der Physik ein teilweise ionisiertes Gas verstanden, das neben neutralen Teilchen auch bewegliche Ladungsträger wie Ionen oder Elektronen enthält. Häufig wird der Plasmazustand als vierter Aggregatzustand bezeichnet.
Sintern
Sintern beschreibt eine Gruppe von urformenden Fertigungsverfahren. In aller Regel werden dabei metallische oder keramische Ausgangspulver zu einem Grünkörper geformt und anschließend unter Umgehung der flüssigen Phase zu einem Bauteil verfestigt.
Wärmeleitfähigkeit
Unter der Wärmeleitfähigkeit eines Stoffes versteht man seine Eigenschaft, thermische Energie mittels Wärmeleitung in Form von Wärme zu transportieren. Die Wärmeleitfähigkeit eines Stoffes ist von der Temperatur abhängig.