MMaterialNews vom 17.08.2010

Energieeffizientes Lackieren von Karosserien

Im Rahmen der Innovationsallianz »Green Carbody Technologies« (InnoCaT) arbeitet das Fraunhofer IPA seit April 2010 mit Verbundpartnern daran, Prozessschritte der Karosserielackierung zu optimieren, um Ressourcen und Energie einzusparen.
Die Allianz »InnoCaT« verfolgt das Ziel, bedeutende Innovationen im Bereich der Energie- und Ressourcenschonung entlang der Prozesskette der Karosseriefertigung voranzu­treiben. Teilnehmer sind hauptsächlich Unternehmen der deutschen Zuliefer- und Ausrüsterindustrie, OEMs der Automobilindustrie sowie produktionstechnische Forschungsinstitute der Fraunhofer-Gesellschaft unter der Gesamt-Koordination des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU. Das bis Ende 2012 laufende Förderprojekt wird unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF); Projektträger ist das Forschungszentrum Karlsruhe (PTKA).

Im Verbundprojekt »Energieeffiziente Lackierung von Karosserien« liegt der Fokus auf der Optimierung der Prozessschritte Spritzlackieren und Trocknen, in denen die bedeutendsten Energie- und Ressourceneinsparpotenziale der Karosserielackierung liegen. Der Energieanteil dieser Verfahren beträgt ca. 60 - 70 Prozent des Gesamtverbrauchs bei der Karosserielackierung. Darüber hinaus sollen neue energie- und ressourceneffiziente Beschichtungs- und Trocknungskonzepte unter dem Blickwinkel der Modularisierung im Karosseriebau untersucht werden.

Unter der Koordination des Fraunhofer IPA werden drei Teilprojekte realisiert:

Der erste Schwerpunkt liegt auf lackverlustfreien Beschichtungsverfahren als wirksamste Voraussetzung der Minimierung des Energie- und Materialeinsatzes bei der Spritzlackierung. Durch die Vermeidung von Lackoverspray können die Entsorgungsmaßnahmen mit ihrem hohen Energieeinsatz zur Konditionierung der Spritzkabinenluft entfallen. Es sollen deshalb die Machbarkeit bzw. Entwicklungsansätze für oversprayfreie Beschichtungsverfahren in Verbindung mit angepassten Beschichtungsmaterialien ermittelt werden, die eine anforderungsgerechte Alternative zu den bisher verwendeten Spritzver­fahren darstellen (Konsortium: Daimler, Audi, Fraunhofer IPA, Dürr Systems, Mankiewicz).

Der zweite Schwerpunkt besteht in der Entwicklung kurz- bis mittelfristig umsetzbarer Lösungen für vorhandene Trocknersysteme (»Brownfield«). Außerdem sollen die Ein­sparpotenziale von grundsätzlichen Neugestaltungen (»Greenfield«-Lösungen) dargestellt werden. Diese Verbesserungsmaßnahmen zielen unter dem Motto »energy on demand« auf anlagen- und steuerungstechnische Maßnahmen unter anderem hinsichtlich Wirkungsgraderhöhung, Reduzierung der benötigten Luftmengen etc. ab (Konsortium: Daimler, Audi. Fraunhofer IPA, Eisenmann).

Der dritte Schwerpunkt liegt auf einem modularen Produkt- beziehungsweise Lackierkonzept. Das modulare Karosserie-Herstellkonzept »Rahmenkonstruktion mit Anbauteilen« bietet die Möglichkeit, die Lackierung wesentlich kompakter und effizienter zu gestalten. Ziel ist somit die Erarbeitung eines geeigneten Produkt-/Lackierkonzepts unter konsequenter Nutzung der energie- und materialrelevanten Vorteile der Einzelteilelackierung; dabei sind auch die in den anderen Teilprojekten entwickelten Verfahren zu berücksichtigen (Konsortium: Daimler, Audi, Fraunhofer IPA, Dürr Systems, Wörwag).

Die FuE-Arbeiten zielen auf kurz- bis längerfristig umsetzbare Maßnahmen ab, die erhebliche Verminderungen des Energie- und Lackverbrauchs bei erhöhter Wirtschaftlichkeit erreichen.

Quelle: Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA / IDW - 13.08.2010.

Weitere Informationen

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Ing. Dieter Ondratschek
Telefon +49 711 970-1759
dieter.ondratschek@ipa.fraunhofer.de

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Materialberater, Inhaber Materialsgate
Die Recherche und Aufbereitung der in diesem Dokument genannten Daten erfolgte mit größter Sorgfalt.
Für die Richtigkeit, Gültigkeit, Verfügbarkeit und Anwendbarkeit der genannten Daten übernehmen wir zu keinem Zeitpunkt die Haftung.
Bitte diskutieren Sie die Verwendung und Eignung für Ihren konkreten Anwendungsfall mit den Experten der genannten Institution.

Sie wünschen Material- und Technologierecherchen zu diesem Thema?

Materialsgate steht für hochwertige Werkstoffberatung und innovative Materialrecherchen.
Nutzen Sie unseren Beratungsservice

MMehr zu diesem Thema

Zwei Polyurethan-Familien für optische und haptische Ansprüche
Für ein besonders hochwertiges Erscheinungsbild im Automobilcockpit haben die Chemiker der BASF Polyurethanes GmbH zwei maßgeschneiderte Polyurethan-(PUR-)Lösungen entwickelt: die In-Mould-Coating-(IMC-)Sprühhaut Elastoskin® und das hartphasenmodifizierte aliphatische thermoplastische Polyurethan (HPM-TPU) Elastollan®. Beide Oberflächenmaterialien zeichnen sich durch ihre hohe optische Wertigkeit und eine sehr angenehme Haptik aus. Die IMC-Sprühhaut, ein aromatisches PUR-System, ist vergleichsweise... mehr
08.07.2010

Dauerhaft schön

Neue Styrolcopolymere für attraktive Oberflächen
Unter den Styrolcopolymeren der BASF bieten die Spezialitäten Terblend® N, Terluran® HH und Luran® S ein besonders breites Einsatzspektrum. Die Produktentwickler im Bereich Styrenics haben diese Produkte, die sich in vielen Anwendungen bewährt haben, im Hinblick auf noch attraktivere Oberflächen, höhere Temperatur- oder UV-Beständigkeit und verbesserte Fließfähigkeit weiter optimiert. Neuer Blend: Lichtecht und stoßfest Der Werkstoff Terblend N ist den Anwendern in erster Linie durch... mehr
Die i-mold GmbH & Co. KG, Michelstadt, übernimmt ab sofort exklusiv für den deutschsprachigen Raum den Vertrieb einer völlig neuartigen Werkzeugbeschichtung der amerikanischen Firma Nanoplas Inc.
Die Beschichtung mit der Bezeichnung NanoMoldCoating präsentiert i-mold erstmals in Europa während der Euromold auf seinem Stand D28 in Halle 9. Die Beschichtung eines Werkzeugs mit NanoMoldCoating lässt sich ohne besonderen Aufwand in jedem Spritzgießbetrieb durchführen. Die Wirkung der Beschichtung beruht darauf, dass fest in der Werkzeugoberfläche verankerte Nanopartikel eine äußerst dauerhafte und sehr dünne Barriereschicht mit besonders guten Gleiteigenschaften bilden. Dadurch lässt... mehr
Neue Lackrohstoffe wurden speziell für die Beschichtung von Mobiltelefonen und anderen hochwertigen elektronischen Geräten entwickelt
Mobiltelefone, MP3-Player und Laptopgehäuse sollen auch dann noch einen glänzenden Eindruck machen, wenn sie häufig von feuchten oder eingecremten Händen angefasst wurden. Die Experten von Bayer MaterialScience haben nun strahlenhärtende Polyurethan(PUR)-Dispersionen für Lacke entwickelt, die diesen hohen Anspruch erfüllen – und die zudem noch lösemittelfrei sind und sehr effizient appliziert werden können. „Mit diesen Rohstoffen werden wir im Markt der Kunststoffbeschichtung die Erfolgsgeschichte... mehr
RSS
facebook
xing
twitter
linkedin

MaterialCards Weekly

Ihr persönlicher und kostenfreier Material-Reminder - wöchentlich per E-Mail

Service:
Material­cha­rak­teri­sierung und Werkstoffprüfung

Sie benötigen leistungsfähigste Methoden der Material­cha­rak­teri­sierung und Werk­stoff­prü­fung zur Optimierung Ihrer Produkte?
Charakterisierung von Nanobeschichtungen
Metallographie
Charakterisierung von Katalysatoren
Charakterisierung von Fügetechnologien
Charakterisierung von Composites
Prüfung von Kunststoffen
Medizintechnische Untersuchungen
Schadensanalyse von Bauteilen
Automotive Testing
Charakterisierung von Coatings
Element-Mapping
Korrosionstests
Bruchmechanik
Thermographie
Schadensanalyse von Produkten
Prüfung von Werkstoffen der Elektrotechnik
Keramographie
Barriere-Eigenschaften
Gefüge-Analytik
Untersuchung von Diffusionsschichten
Charakterisierung von Nanobeschichtungen
Metallographie
Charakterisierung von Katalysatoren
Charakterisierung von Fügetechnologien
Charakterisierung von Composites
Prüfung von Kunststoffen
Medizintechnische Untersuchungen
Schadensanalyse von Bauteilen
Automotive Testing
Charakterisierung von Coatings
Element-Mapping
Korrosionstests
Bruchmechanik
Thermographie
Schadensanalyse von Produkten
Prüfung von Werkstoffen der Elektrotechnik
Keramographie
Barriere-Eigenschaften
Gefüge-Analytik
Untersuchung von Diffusionsschichten
Kontaktieren Sie uns – Wir leiten Ihre Fragestellung an einen unserer Kooperationspartner weiter, die alle anerkannte und zertifizierte Prüf­la­bore mit modernster Ausstattung be­treiben.

Empfohlene Literatur

Thomas Brock et al.
Vincentz Network
Bodo Müller, Ulrich Poth
Vincentz Network
Paolo Nanetti
Vincentz Network
Georg Meichsner et al.
Vincentz Network
Paolo Nanetti
Vincentz Network