Zumindest solange nicht, bis sie uns in einem ungewohnten Kontext begegnen: Wenn Gips nach Zwiebeln riecht oder Mineralwasser nach Plastik, irritiert das fast jeden Verbraucher. Lesen Sie in den „Nachrichten aus der Chemie“, wie die Geruchsforschung der Zusammensetzung von Alltagsgerüchen und ihrer Wirkung auf Menschen auf den Grund geht.
Dass bei Lebensmitteln der Geruch eine entscheidende Rolle spielt, ist naheliegend. Doch auch für Möbel, Baumaterialien oder elektronische Geräte ist der Geruchsaspekt relevant. Plastik- oder Kartonprodukte mit meist nur schwachem Eigengeruch können während der Produktion starke Störnoten entwickeln. Verpackungsmaterialien wie Pizzakartons übertragen ihren Geruch auf das eingepackte Lebensmittel. Neue Methoden wie die Gaschromatographie-Olfaktometrie geben Aufschluss über die molekulare Zusammensetzung von Alltagsgerüchen: Die geschulte Nase von speziellen Probanden dient dabei als Detektor, der die einzelnen Komponenten eines Geruchs jeweils getrennt identifiziert. So ermitteln Geruchsforscher, woher Störgerüche kommen und wie sie entstehen.
Auch über die physiologischen Effekte von Gerüchen und die Wege, wie der menschliche Körper mit Geruchstoffen interagieren kann, berichtet die Lebensmittelchemikerin Andrea Büttner von der Universität Erlangen.
Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. - 18.05.2011.