MMaterialsgateNEWS vom 29.08.2011

Architektur: Bauen nach bionischem Vorbild

Auf dem Innenstadt-Campus der Universität Stuttgart entsteht derzeit ein ungewöhnliches Bauprojekt: Ein Holzpavillon, dessen modulare Konstruktion auf der Morphologie eines Seeigels beruht.
Studierende und Wissenschaftler der Institute Computerbasiertes Entwerfen (ICD) und Tragkonstruktion und Konstruktives Entwerfen (ITKE) wollen damit ihre Forschungsergebnisse zur Leistungsfähigkeit biologischer Strukturen in einem architektonischen Entwurf überprüfen. Mit neuen Fertigungsmethoden soll gleichzeitig eine anpassungsfähige, ressourcenschonende und damit nachhaltige Bauweise erprobt werden. Entwurf und Planungen für das Projekt starteten bereits im letzten Wintersemester im Rahmen des Seminars „Performative architektonische Morphologie“ unter der Leitung von Prof. Jan Knippers (ITKE) und Prof. Achim Menges (ICD) an der Uni Stuttgart. Bei der Analyse biologischer Strukturen untersuchten die Seminarteilnehmer unter anderem die Morphologie des „Sanddollars“, eine Unterart der Seeigel, die das Grundprinzip für die Baustruktur des Holzpavillons lieferte. Die Schale des „ Sanddollars“ hat einen modularen Aufbau aus miteinander verzahnten polygonalen Platten. Das hohe Leichtbaupotential ist aus der Struktur des „Sanddollars“ abgeleitet: Dort laufen stets drei Plattensegmente an einem Punkt zusammen. Zusätzlich verfügt der Sanddollar an seinen Plattenrändern über mikroskopische Kalzitprojektionen, so dass sich benachbarte Platten miteinander verzahnen. Fingerzinken, die in der traditionellen Holzbearbeitung form- und kraftschlüssige Verbindungen ermöglichen, stellen hierzu das herstellungstechnische Pendant dar. Durch die spezielle geometrische

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