MMaterialNews vom 08.03.2011

Nachhaltigkeit: Leichtbaulösungen für die Automobilindustrie

Neues Polymer-Blend für Karosserieteile basiert komplett auf recycelten Werkstoffen
Bayer MaterialScience wird auf der diesjährigen VDI-Tagung „Kunststoffe im Automobilbau“ am 6. und 7. April in Mannheim den neuen Produkt-Typ Makroblend® GR 235M für Automobil-Karosserieteile vorstellen. Dieses Kunststoff-Blend aus Polycarbonat und Polyethylen-Terephthalat (PET) wird komplett aus recyceltem Material hergestellt. Ein weiterer Schwerpunkt des Auftritts von Bayer MaterialScience sind neue Entwicklungen bei der DirectSkinning / DirectCoating-Technologie, die in einem gemeinsamen Vortrag mit BMW präsentiert werden.

„Gesellschaftliche Megatrends treiben die Entwicklung neuer Konzepte im Bereich Mobilität voran“, sagt Dr. Guenter Hilken, Mitglied des Executive Committee von Bayer MaterialScience. „Wir arbeiten kontinuierlich an effizienteren und nachhaltigeren Materialien und Lösungen, um unsere Partner entlang der Wertschöpfungskette in der Automobilindustrie zu unterstützen.“ Bayer MaterialScience bietet bereits eine breite Palette von Materialien und Technologien für Leichtbaukonstruktionen und arbeitet auch aktiv an der Entwicklung neuer Lösungen für die Elektromobilität, wie etwa bei Batteriegehäusen und für das Wärmemanagement im Automobilinnenraum.

In einem gemeinsamen Vortrag auf der Tagung referieren Rainer Protte von Bayer MaterialScience und Andreas Gänsbacher von BMW über Fortschritte auf dem Gebiet der DirectSkinning / DirectCoating-Technologie. Dieses innovative Verfahren kombiniert den Spritzguss von Thermoplasten mit dem RIM (Reaction-Injection-Molding)-Verfahren der Polyurethan-Verarbeitung. In einem Prozess, der mit dem Mehrkomponenten-Spritzgießen vergleichbar ist, wird das beschichtete Bauteil direkt auf der Spritzgießmaschine in nur einem Werkzeug gefertigt. Es können verschiedene Farben hergestellt werden. Eine Dekorblende für ein kinematisches Schubfach im BMW 5er Gran Turismo wird bereits in Serie gefertigt.

Auf der begleitenden Ausstellung wird Bayer MaterialScience an seinem Stand (Nr. 32) auch verschiedene Exponate zeigen. Dazu gehört unter anderem der Prototyp einer einteiligen Mittelkonsole mit kratzbeständiger Hochglanzoberfläche, der mittels „High-Pressure-Forming“ (HPF)-Verfahren hergestellt wird. Zu den weiteren Prototypen gehören eine komplette einteilige Heckklappe mit integriertem Rücklicht aus Polycarbonat sowie Dachmodule aus Polyurethan-Verbundwerkstoffen und andere Automobilanwendungen.

Quelle: Bayer MaterialScience – 04.03.2011.

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Materialberater, Inhaber Materialsgate
Die Recherche und Aufbereitung der in diesem Dokument genannten Daten erfolgte mit größter Sorgfalt.
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In der Technik sind Prototypen Vorab-Exemplare einer späteren Serienfertigung. Prototypen dienen zur Demonstration der Machbarkeit und zur Erprobung bzw. Verbesserung anwendungsrelevanter Eigenschaften.
RIM
Die Abkürzung RIM steht für “Reaction Injection Moulding“. RIM zählt zu den Urformverfahren und findet Anwendung zur Herstellung von Formteilen aus Kunststoff. Dabei werden in der Regel zwei Komponenten in einer Mischanlage intensiv durchmischt und anschließend als Reaktionsmasse in die Form eingespritzt, in der auch die Aushärtung stattfindet.