MMaterialNews vom 16.07.2012

Schnellere Simulation – Auszeichnung für neue Methode

Für die Entwicklung einer neuen Methode, die Simulationen etwa im Maschinenbau oder im Bauingenieurwesen wesentlich erleichtern kann, wird Dominik Schillinger mit dem John Argyris Award ausgezeichnet.
Dies ist der weltweit renommierteste Preis für Nachwuchswissenschaftler im Bereich Computational Mechanics. Schillinger war bis zum Frühjahr Stipendiat des Munich Centre of Advanced Computing an der Technischen Universität München (TUM) und hat an der International Graduate School of Science and Engineering (IGSSE) der TUM promoviert.

Die Computersimulation des Verhaltens mechanischer Bauteile ist aus dem heutigen Entwurfsprozess nicht mehr wegzudenken. Bei der gängigen sogenannten Finite-Elemente-Technologie müssen Konstrukteure ein Berechnungsnetz generieren, um aus einem computergestützten Entwurf (CAD-Modell) ein Simulationsmodell zu erstellen – ein zeitaufwändiger und fehleranfälliger Schritt. Dominik Schillinger hat nun ein Simulationskonzept entwickelt, das die CAD-Geometrie direkt in die Finite-Elemente-Analyse integrieren kann und damit die Generierung eines Netzes umgeht. Es wurde bereits an CAD-Modellen aus der Praxis, unter anderem einem Schiffspropeller und einer Automobilfelge, erfolgreich angewandt. Dabei erzielten die Konstrukteure durch den Wegfall der Netzgenerierung eine Zeitersparnis von mehr als 80 Prozent gegenüber den Standardmethoden. Die neue Technologie könnte in den nächsten Jahren die Entwurfs- und Simulationspraxis im Maschinen- und Automobilbau, in der Luft- und Raumfahrt sowie im Bauingenieurwesen wesentlich erleichtern.

Der John Argyris Award wird Dominik Schillinger in dieser Woche auf dem World Congress on Computational Mechanics in São Paulo für sein Paper „An Isogeometric Design-through-analysis Methodology based on Adaptive Hierarchical Refinement of NURBS, Immersed Boundary Methods, and T-spline CAD Surfaces“ in der Zeitschrift „Computer Methods in Applied Mechanics and Engineering“ verliehen. Schillinger war bis Mai Stipendiat des Munich Centre of Advanced Computing (MAC). Das MAC bündelt die Forschung der TUM und anderer Münchner Institutionen in Computational Science an Engineering. Die MAC-Doktoranden sind Mitglieder der International Graduate School of Science and Engineering (IGSSE) der TUM. Schillinger entwickelte seine Methode während seines von „MAC@IGSSE“ finanzierten Auslandaufenthalts am Institute for Computational Engineering and Sciences (ICES) in Austin (USA) in Zusammenarbeit mit dem TUM-Lehrstuhl für Computation in Engineering – Bauinformatik.

Quelle: TU München – 09.07.2012.

Recherchiert und dokumentiert von:

Dr.-Ing. Christoph Konetschny, Materialberater, Inhaber Materialsgate
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